Uwe Hück stärkt Porsche-Chef Michael Leiters den Rücken – trotz Kritik an dessen ruppigem Führungsstil. Der Sportwagenbauer steckt tief in der Krise.
Der einstige Arbeiterführer Uwe Hück (li.) und der neue Porsche-Chef Michael Leiters kennen sich seit 20 Jahren.
Von Klaus Köster
Der frühere Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück stärkt dem neuen Porsche-Chef Michael Leiters den Rücken. Leiters hatte mit ruppigen Ansagen an das Management für Aufsehen gesorgt. Er sei als Nachfolger von Oliver Blume geradezu eine Idealbesetzung, sagte Hück unserer Zeitung. Mit ihm komme „wieder ein echter Porscheaner an die Spitze“, so der 63-Jährige, der den Porsche-Betriebsrat von 2002 bis 2019 angeführt hatte.
Nach Hücks Ansicht ist Leiters jemand, der „sich für Porsche aufopfern wird. Er wird nicht einknicken.“ Der Sportwagenbauer brauche jetzt jemanden mit diesem Rückgrat, um die eigene Identität zurückzugewinnen.
Leiters hatte nach Informationen unserer Zeitung kurz nach seinem Amtsantritt im Januar die Teilnehmer einer Führungskräftetagung mit der Ankündigung begrüßt, man werde sich im kommenden Jahr nicht mehr in derselben Besetzung wiedersehen, und es würden weniger Führungskräfte sein. Ein Teil der Anwesenden werde bis dahin seine Position verloren haben – so wurde die Botschaft intern verstanden. Das bewusste Erzeugen von Angst um den Arbeitsplatz wurde nach Informationen unserer Zeitung von Teilen des Managements als konfrontativ und wenig zielführend kritisiert.
Leiters hatte von 2000 bis 2013 mehrere hochrangige Management-Positionen inne; von 2003 an war er drei Jahre Assistent des damaligen Vorstandschefs Wendelin Wiedeking, der Porsche Anfang der 90-er Jahre vor der Pleite bewahrt und in seiner 17-jährigen Amtszeit zu immer neuen Rekorden geführt hatte. Wiedeking und Hück trafen zahlreiche Vereinbarungen zur Sicherung von Arbeitsplätzen, zu Investitionen am Standort und zur Schaffung von Ausbildungsplätzen. In ihrer gemeinsamen Amtszeit wurden an die Beschäftigten Erfolgsprämien von teilweise mehr als 9000 Euro ausgezahlt.
Porsches lange Erfolgssträhne ist vorerst zu Ende
Ab 2015 wurde Porsche von Oliver Blume geführt, der vor gut drei Jahren zusätzlich auch den Vorstandsvorsitz bei Volkswagen übernahm. Ende 2025 trat er von seinem Amt bei Porsche zurück und konzentriert sich seither auf seine Aufgabe in Wolfsburg.
Das lange erfolgsverwöhnte Unternehmen befindet sich inzwischen in einer tiefen Krise. Die Nachfrage in wichtigen Märkten hat sich deutlich verschoben. In China etwa wächst das Interesse an Elektroautos stark, doch deutsche Hersteller haben dort erhebliche Wettbewerbsnachteile. Zugleich ist das elektrische Luxussegment insgesamt noch vergleichsweise klein, was insbesondere dem vollelektrischen Spitzenmodell Taycan zusetzt. Auch die Zölle in den USA treffen Porsche besonders hart, da der Konzern dort keine eigene Produktion unterhält, mit der sich Belastungen abfedern ließen.
Porsche plant neues Sparprogramm
Vor diesem Hintergrund hält das Unternehmen erhebliche Sparmaßnahmen für notwendig und will mit dem Betriebsrat ein entsprechendes Programm vereinbaren. Ein im vergangenen Jahr beschlossenes Sparpaket reicht aus Sicht des Managements nicht aus, um die Ertragskraft nachhaltig zu stärken. Im dritten Quartal des vergangenen Jahres musste Porsche sogar einen Verlust ausweisen – beeinflusst auch durch Rückstellungen für den geplanten Stellenabbau.