In der US-Stadt Minneapolis starb eine Frau bei einem Einsatz von Bundesbeamten durch Schüsse. Jetzt kommt es wieder zu einem Vorfall mit einem Bundesbeamten.
Bundesbeamte der Einwanderungsbehörde am Tatort einer gemeldeten Schießerei in Minneapolis.
Von red/dpa
Eine Woche nach den tödlichen Schüssen eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE auf eine Frau hat erneut ein Bundesbeamter in Minneapolis einen Schuss abgegeben und einen Mann verletzt. Das Heimatschutzministerium berichtete auf X von einer eskalierten Verkehrskontrolle am Mittwochabend (Ortszeit).
Demnach kontrollierten Bundespolizeibeamte einen „illegalen Einwanderer aus Venezuela“ in seinem Auto. Der Mann sei zunächst im Wagen und nach einem Unfall weiter zu Fuß geflüchtet. Als ein Beamter ihn festnehmen wollte, habe er Widerstand geleistet und ihn angegriffen.
Zu dem Gerangel kamen nach Ministeriumsangaben zwei Menschen hinzu, die den Beamten unter anderem mit einer Schneeschaufel attackierten. Aus Angst um sein Leben habe der Beamte einen Schuss abgegeben und den ursprünglichen Verdächtigen am Bein verletzt. Der Stadt Minneapolis zufolge befindet sich der Mann mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen im Krankenhaus.
Zwei Menschen in Gewahrsam
Nach Angaben des Ministeriums kam auch der Polizist ins Krankenhaus. Die beiden anderen Angreifer seien in Gewahrsam genommen worden. Zum Gesundheitszustand des Beamten gab es zunächst keine Angaben. Dass es ein Gerangel gab, könne er nicht bestätigen, sagte Minneapolis’ Polizeichef Brian O’Hara. Am Tatort seien aber ein Besen und eine Schneeschaufel gefunden worden.
Laut Ministerium hatten Bundespolizeibeamte den „illegalen Einwanderer aus Venezuela“ in seinem Auto kontrolliert. Dieser sei dann zunächst im Wagen und nach einem Unfall weiter zu Fuß geflohen. Als der Beamte versucht habe, ihn festzunehmen, habe er Widerstand geleistet und den Beamten gewaltsam angegriffen.
Zu dem Gerangel der beiden auf dem Boden kamen laut Ministerium zwei Menschen hinzu und attackierten den Beamten unter anderem mit einer Schneeschaufel. Der Beamte habe um sein Leben gefürchtet und sich von den drei Menschen bedroht gefühlt, weshalb er zur Verteidigung einen Schuss abgegeben habe, hieß es. Der ursprüngliche Verdächtige sei am Bein getroffen worden.
Zwei Menschen in Gewahrsam genommen
Auch der Polizist kam demnach ins Krankenhaus. Die beiden anderen Angreifer seien in Gewahrsam, hieß es. Das Heimatschutzministerium nannte keine Details zu dem Polizeibeamten. Der demokratische Bürgermeister der Stadt, Jacob Frey, sprach auf einer Pressekonferenz vom zweiten „ICE-Shooting“ innerhalb einer Woche, also einem Schusswaffenvorfall mit der Behörde ICE. Auf X schrieb er von einem ICE-Beamten.
Der Vorfall erinnert an den tödlichen ICE-Einsatz vor einer Woche in Minneapolis, bei dem eine 37-Jährige erschossen wurde. US-Behörden verteidigten das Vorgehen als Notwehr, örtliche Politiker und Demonstranten hingegen kritisierten den Einsatz scharf und sprachen von übermäßiger Gewalt sowie mangelnder Transparenz bei der Aufarbeitung. Der Vorfall löste landesweit Proteste aus und führte zu juristischen Auseinandersetzungen zwischen Bundesstaat und Bundesregierung.
Der demokratische Bürgermeister der Stadt, Jacob Frey, sprach bei einer Pressekonferenz von einer „unmöglichen Situation“. Frey übte erneut scharfe Kritik am Vorgehen der Einwanderungsbehörde, die Menschen hätten Angst. „Ich habe von der ICE Verhaltensweisen gesehen, die widerwärtig und inakzeptabel sind“, sagte er. „Das ist nicht der Weg, den wir in Amerika gehen sollten.“
Das Heimatschutzministerium warf Frey und dem Gouverneur von Minnesota vor, zu organisiertem Widerstand gegen ICE zu ermutigen. Frey wies das zurück. Gouverneur Tim Walz schrieb auf X, dass US‑Präsident Donald Trump genau das wolle – Gewalt auf den Straßen. Die Stadt Minneapolis rief auf X zur Ruhe auf: „Wir verstehen, dass es Ärger gibt. Wir bitten die Öffentlichkeit, ruhig zu bleiben.“ Erneut forderte sie ICE auf, Minneapolis und den Bundesstaat Minnesota zu verlassen.
Nach dem Vorfall eskalierten die Proteste, Polizeichef O’Hara sprach von rechtswidrigen Handlungen und davon, dass Menschen Feuerwerkskörper auf die Polizei werfen würden.