Zusammenstoß zweier Züge in Spanien: Rettungskräfte sind am Unfallort im Einsatz. Zwei Züge stießen am Bahnhof der Stadt Urda in der Provinz Toledo zusammen. Es soll Dutzende Tote geben.
Von Michael Maier
Bei einem schweren Zugunglück in der spanischen Provinz Toledo sind laut Medienberichten mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Diese Zahl hat eine Sprecherin der Regionalregierung am Mittag offiziell bestätigt – sie ist aber nicht unbedingt eine abschließende Bilanz. Es soll auch viele Schwerverletzte geben. Ein AVE-Hochgeschwindigkeitszug und ein Zug des privaten Betreibers Iryo kollidierten am Mittwochmorgen an der Station Urda – mutmaßlich auf einem eingleisigen Abschnitt auf etwa halber Strecke zwischen Toledo und Ciudad Real.
Die Verbindung zwischen Madrid und Sevilla wurde komplett unterbrochen. Das Unglück erinnert an die Bahnkatastrophe von Andalusien im Januar, als 46 Menschen starben und 120 verletzt wurden.
Laut dem Liveticker von „ABC“ ereignete sich die Kollision um 8.54 Uhr. Die Zeitung beruft sich dabei auf den Notrufdienst 112. Um 9.44 Uhr berichtete ABC unter Berufung auf Polizeiquellen von Todesopfern. Wie viele Menschen starben oder verletzt wurden, war zunächst nicht genau bekannt. Eine Sprecherin der spanischen Regionalregierung von Kastilien-La Mancha sprach zunächst von mindestens zehn Toten. Die Zahl der Opfer könnte im Lauf des Tages noch weiter steigen.
Am Unfallort lief am Morgen ein umfangreicher Rettungseinsatz. Feuerwehrkräfte aus Alcázar de San Juan und Orgaz sowie Einheiten des Zivilschutzes aus umliegenden Gemeinden wurden nach Urda geschickt. Hinzu kamen drei Rettungshubschrauber und zwei mobile intensivmedizinische Einheiten. ABC meldete außerdem die Aktivierung eines Katastrophenteams. Einsatzkräfte sind weiterhin damit beschäftigt, Überlebende zu retten.
AVE und Iryo kollidieren bei Toledo
Zum genauen Unfallhergang bleiben wesentliche Fragen offen. Ein Zug von Madrid nach Sevilla soll auf einen stehenden Zug mit dem gleichen Ziel aufgefahren sein. Zwei Waggons wurden aus den Gleisen geschleudert – Aufnahmen zeigen vor Ort ein Bild der Zerstörung.
Die Nachricht weckt böse Erinnerungen an das Unglück von Adamuz in der andalusischen Provinz Córdoba. Dort entgleiste am 18. Januar 2026 ein Iryo-Zug auf dem Weg von Málaga nach Madrid und kollidierte mit einem entgegenkommenden Alvia-Zug nach Huelva. Bei dieser Katastrophe, waren 46 Menschen ums Leben gekommen, 120 wurden verletzt.
Unglück mit Iryo und AVE bei Adamuz
Parallelen bestehen zunächst im Umfeld der beiden Unglücke: Beide betreffen den schnellen Bahnverkehr zwischen Madrid und Andalusien, und in beiden Fällen waren nach den jeweiligen Berichten Züge von Iryo und der staatlichen Renfe beteiligt. Das erste Unglück wird auch auf den schlechten Zustand der spanischen Bahninfrastruktur zurückgeführt, wobei die Verantwortung laut Opposition bei der umstrittenen Linksregierung von Pedro Sánchez liegen könnte. Kurz vor den vorgezogenen Neuwahlen am 29. November hat sich nun erneut ein Desaster ereignet. „Bestürzt über das schwere Zugunglück in Toledo“, schrieb der Ministerpräsident auf X. Er sprach den Betroffenen und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus.
Die Schnellbahnstrecke zwischen Madrid und Andalusien ist derzeit vollständig unterbrochen. Ein Zeitpunkt für die Wiederaufnahme des Verkehrs ist noch nicht bekannt. Für Familienangehörige hat die Bahngesellschaft Renfe eine Notfallnummer zur Information eingerichtet: 900 10 10 20.