Erste Bilanz

Eurowings trotzte dem Streik – 60 Prozent der Flüge normal

Bei Lufthansa und Eurowings lief am Montag mehr als erwartet: Eurowings schaffte insgesamt 60 Prozent seines normalen Flugprogramms. Zum Teil lief der Ausstand ins Leere.

Eurowings trotzte dem Streik – 60 Prozent der Flüge normal

Eurowings-Maschine am Flughafen Stuttgart (STR).

Von Michael Maier

Beim Streik bei Eurowings – der im Gegensatz zur tagelangen Eskalation bei der Lufthansa nur am Montag stattfand – fiel die Bilanz für Reisende besser aus als zunächst befürchtet. Laut Florian Gränzdörffer, Head of Media Relations bei Eurowings, konnten trotz Streikaufruf insgesamt rund 60 Prozent des normalen Flugprogramms durchgeführt werden – das entspricht mehr als 300 Flügen.

Hintergrund: Eurowings besteht aus zwei getrennten Flugbetrieben. Vom Streikaufruf betroffen war ausschließlich Eurowings Deutschland – die europäische Schwestergesellschaft Eurowings Europe flog dagegen planmäßig weiter. Zusätzlich konnte Eurowings auf die Unterstützung von Partner-Airlines zählen, um Ausfälle so weit wie möglich zu kompensieren.

Ab Dienstag rechnet Eurowings wieder mit normalem Flugbetrieb, da der Streikaufruf für die Airline nur den Montag betraf. Die Gewerkschaften hatten die Osterferien indes bewusst außen vorgelassen, um Urlauber nicht zu sehr unter ihrem Arbeitskampf leiden zu lassen.

20 von 47 Eurowings-Abflügen in Stuttgart gestrichen

Der Flughafen Stuttgart war nun dennoch spürbar von den Auswirkungenbetroffen. Laut einer Sprecherin wurden rund 30 Abflüge abgesagt. Davon entfielen 20 gestrichene Starts auf Eurowings, darunter Verbindungen nach Berlin, Hamburg, Bremen, Budapest, Stockholm und Edinburgh. Neun weitere gestrichene Flüge betrafen Lufthansa-Maschinen – hierbei handelte es sich vor allem um Zubringerflüge nach München und Frankfurt.

Eurowings-Sprecher Gränzdörffer bestätigt die Zahlen im Detail: Von 47 geplanten Abflügen in Stuttgart mussten am Montag 20 Flüge gestrichen werden. Damit fiel knapp unter der Hälfte der Eurowings-Starts in der Landeshauptstadt aus – weniger als ursprünglich befürchtet.

Am Dienstag fallen in Stuttgart erneut neun Lufthansa-Flüge aus – bei Eurowings hingegen läuft der Flugbetrieb wieder normal.

Nur ein einziger Mallorca-Flug ausgefallen

Deutlich glimpflicher verlief der Streiktag in Palma de Mallorca. Wie Gränzdörffer mitteilt, war dort bis auf einen einzigen Flug fast alles planmäßig oder konnte offenbar durch Umbuchungen gelöst werden: „Es musste kein Urlauber mit dem Ziel Mallorca auf den Start in den Urlaub verzichten.“ Eurowings bedauere die Unannehmlichkeiten, die Passagieren in Folge des VC-Streiks entstehen und unternehme alles, um die Auswirkungen für Fluggäste so gering wie möglich zu halten.

Wo streikt die Lufthansa?

Beim Lufthansa-Pilotenstreik, dem sich inzwischen auch wieder das Kabinenpersonal der Gewerkschaft UFO angeschlossen hat, sind grundsätzlich alle großen deutschen Drehkreuze und Regionalflughäfen betroffen, darunter Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn, Berlin, Stuttgart, Hannover, Bremen, Dresden und Leipzig/Halle.

Kampf um Sozialplan bei Lufthansa CityLine

Im Mittelpunkt des Konflikts stehen zwei zentrale Streitpunkte: zum einen die betriebliche Altersversorgung der Piloten im Konzern, zum anderen ein fehlender Sozialplan bei der Regionaltochter CityLine, wo rund 800 Mitarbeiter durch eine geplante Betriebsschließung existenziell bedroht sind.

Dem aktuellen Pilotenstreik war bereits am Freitag, dem 10. April, ein Vorspiel vorausgegangen: Die Kabinengewerkschaft UFO legte mit rund 20.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern den Betrieb weitgehend lahm. Allein in Frankfurt wurden dabei 580 von 1.350 geplanten Flügen gestrichen. Es ist die vierte Streikwelle bei der Kranich-Airline in diesem Jahr – und Lufthansa bezeichnete den aktuellen Streikaufruf der Vereinigung Cockpit als „völlig neue Stufe der Eskalation“.

Lufthansa-Umbuchungen

Wer einen Flug mit Lufthansa gebucht hat, muss den Status seiner Verbindung frühzeitig direkt bei der jeweiligen Konzerngesellschaft prüfen. Flughäfen sollten nicht ohne vorherige Information angesteuert werden. Betroffene Passagiere müssen sehen, ob ihre Flugtickets in Bahntickets umgewandelt oder die Flüge umgebucht werden können.