Rückruf bei Mercedes

Fehlerhafte Assistenzsysteme und Brandgefahr: Neuer CLA mit gefährlichen Mängeln

Deaktivierte Fahrerassistenzsysteme, Brandgefahr und lockere Sitze: Tausende Fahrzeuge des frisch prämierten „Car of the year“ werden vom Kraftfahrtbundesamt bemängelt.

Fehlerhafte Assistenzsysteme und Brandgefahr: Neuer CLA mit gefährlichen Mängeln

Der Mercedes CLA ist zum „Car of the year 2026“ gewählt worden. Abgestimmt haben 60 Automobiljournalisten aus 23 Ländern.

Von Veronika Kanzler

Gerade ist der elektrische CLA zum „Car of the year 2026“ gekürt worden. Warum? Wenn es nach Mercedes-Chef Ola Källenius geht, bestätigen Juroren aus ganz Europa „damit die Rückmeldungen unserer Kunden: Der CLA setzt neue Maßstäbe und verbindet herausragende Effizienz mit digitaler Intelligenz“. Das unter anderem für die Sicherheit von Fahrzeugen zuständige Kraftfahrtbundesamt (KBA) sieht allerdings erhebliche Mängel bei dem Modell, das als Hoffnungsträger des Konzerns gilt.

KBA: Potenziell weltweit 3197 Mercedes CLA betroffen

Der häufigste Mangel bei den entsprechenden CLA-Fahrzeugen besteht nach Angaben des Bundesamts in einer fehlerhaften Software, weltweit seien davon 3197 Autos betroffen, darunter 594 in Deutschland. Der Mangel führt nach übereinstimmenden Angaben des KBA und Mercedes unter anderem dazu, dass Fahrerassistenzsysteme ohne entsprechende Warnung deaktiviert werden. Auf Anfrage teilte Mercedes mit: „Sollte sich der Fahrer ausschließlich auf die Assistenzsysteme verlassen, könnte sich im Fehlerfall die Unfallgefahr erhöhen.“

Fahrassistenzsysteme sind elektronische Helfer im Auto, die Fahrer mit Hilfe von Sensoren wie Radar und Kamera unterstützen, um Komfort und vor allem Sicherheit zu erhöhen, indem sie Gefahren erkennen und bei Bedarf eingreifen, wie beispielsweise bei Notbremsungen oder Spurhalten.

Das neue Modell wird vom Konzern mit Attributen wie „mühelos“, „großartig“ und „intuitiv“ beschrieben, beschert derzeit aber wohl mehreren Kunden eher den mühseligen Weg zur Werkstatt. Denn die Fahrzeuge sind Gegenstand einer Rückrufaktion, die vom KBA überwacht wird. Dies ist dann der Fall, wenn „ein ernstes Risiko oder eine Vorschriftenabweichung“ vorliegt. Schlimmstenfalls droht die Bundesbehörde bei solchen Mängeln sogar mit einer Zwangstilllegung der betroffenen Modelle.

Brand- und Stromschlaggefahr bei Mercedes-CLA-Modellen

Neben der fehlerhaften Software listet das KBA noch weitere Gründe für Rückrufaktionen des Mercedes CLA auf. So gibt es bei CLA-Fahrzeugen, die zwischen November und Dezember 2025 produziert wurden, nach Angaben der Behörde eine Brand- und Stromschlaggefahr. Auslöser dafür sei, dass Batteriekabel „nicht gemäß Spezifikation angeschlossen“ worden sind. Davon sind weltweit nach Angaben des KBA 1682 CLA betroffen.

Bei 197 CLA sind wiederum die Vordersitze nicht richtig verschraubt und die Gurte zu locker, so dass man im Falle eines Unfalls nicht ausreichend geschützt wäre.

Besitzer eines fehlerhaften CLA werden von Mercedes angeschrieben. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, anhand der Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) auf der Service-Seite des Herstellers zu prüfen, ob das eigene Auto von den Mängeln betroffen ist.