Abu Dhabis Wahrzeichen

Flammen am Burj Al Arab: So vergänglich kann Luxus sein

Superluxus pur und Service total in Friedenszeiten, brandgefährlicher Wolkenkratzer in Zeiten des Krieges: Eben noch Symbol für das moderne Dubai, ist der Burj Al Arab durch den Iran-Krieg zum Inbegriff einer fragilen und leicht entzündlichen Welt geworden. 

Flammen am Burj Al Arab: So vergänglich kann Luxus sein

Silvester am Burj Al Arab: Da war die Luxus-Welt der Schönen und Reichen in Dubai noch in Ordnung. Drei Monate später beginnt sie plötzlih zu wanken. Denn: Es herrscht Krieg.

Von Markus Brauer/dpa/AFP

Bei einem mutmaßlich iranischen Drohnenangriff in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist es am 1. März an dem bekannten Luxushotel Burj Al Arab in Dubai zu einem Brand gekommen.

An der äußeren Fassade des 321 Meter hohen Wolkenkratzers auf einer künstlichen Insel, sei es zu einem „kleinen Brand“ gekommen, teilte das Medienbüro von Dubai mit. Zivilschützer hätten umgehend reagiert und das Feuer unter Kontrolle gebracht, hieß es. Verletzte habe es nicht gegeben.

BREAKING: Iranian drone hit the five-star Burj Al Arab hotel in Dubai, UAE. The 321-meter, 60-story tower stands on an artificial island. pic.twitter.com/SZaJrAUq3n — Clash Report (@clashreport) February 28, 2026

Ein Video des Vorfalls zeigt ein Feuer, das in der Nacht über mehrere Stockwerke an einer Außenwand des Hotels brennt.

Turm der Araber – Inbegriff des Superluxus

Das Burj Al Arab (arabisch für Turm der Araber) ist Inbegriff des Luxus und der Superlative. Mit einer Höhe von 321 Metern ist es eines der höchsten Hotelgebäude der Welt und mit der markanten segelförmigen Kubatur sowie der ausgesetzten Lage ein Wahrzeichen der Stadt. Darüber hinaus gilt es als eines der luxuriösesten und teuersten Hotels der Welt.

Burj Al Arab welcomes New Year 2026 in stylepic.twitter.com/3qULdyjpE0 — حسن سجواني Hassan Sajwani (@Sajwani) December 31, 2025

Burj al Arab gilt als Wahrzeichen des Emirats

Das Gebäude ist zu einem Wahrzeichen des Emirats am Persischen Golf geworden. Und es ist mehr als nur ein Hotel. Denn durch die bis dahin nicht gekannte Opulenz brachte die Luxus-Herberge Dubai vor zwei Dekaden weltweit ins Gespräch. Und die bis dahin wenig beachtete Wüstenstadt wurde zu einem Tummelplatz der Prominenz.

Vielleicht liegt es an den 202 durchweg doppelstöckigen Suiten. Oder an den schier endlos erscheinenden Blattgoldflächen. Vielleicht sind es auch die 1500 Mitarbeiter, die sich um die Gäste kümmern – also sieben pro Suite. Oder es liegt an den Preisen, die bei stolzen 1900 Euro pro Nacht beginnen. All das waren Alleinstellungsmerkmale des Hauses zum Zeitpunkt der Eröffnung.

Der Einlass in die Edel-Herberge ist für normale Urlauber nicht ganz einfach. Eine Brücke samt Schranke verwehrt den ungehinderten Zugang. Ohne Reservierung in einem der Restaurants oder ohne gebuchte Übernachtung bleibt nur der Blick von außen auf die 321 Meter hohe Konstruktion mit dem charakteristischen Sonnensegel.

Innen empfangen Wasserspiele den Gast im Foyer des Hauses, das zur Dubai Holding gehört. Diese ist zum Großteil in Besitz der Herrscherfamilie Al Maktum.

Der Bauherr Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum, seit 2006 Emir von Dubai und Verteidigungsminister der Vereinigten Arabischen Emirate, soll von Experten geschätzte 1,5 Milliarden Dollar (1,29 Milliarden Euro) für dieses Projekt ausgegeben haben. Genaue Angaben wurden offiziell nie veröffentlicht.

Burj al Arab ist Symbol für Luxus und Vergänglichkeit

Reichtum hat seine Zeit, Armut hat seine Zeit. Bauen hat seine Zeit, Verwüstung hat seine Zeit. So war es und so wird es immer sein, solange Menschen auf der Erde leben.

Und der Burj al Arab? Mehr als Symbol für Luxus ist er ein Symbol für Vergänglichkeit. Wenn schon eine winzige Drohne der verschwenderischen Opulenz zusetzen kann, wie wird erst der Zahn der Zeit an dem Prachtbau nagen?

„Alles vergeht und verweht“

„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit“ heißt es im Buch Kohelet.

Es lohnt sich in diesem alttestamentlichen Buch der Bibel zu lesen – in Zeiten des Friedens und Wohlstands genauso wie in Zeiten des Krieges und des Mangels:

„Das sind die Worte von Kohelet, dem Sohn Davids,der König in Jerusalem gewesen ist . . . Windhauch um Windhauch, sagte Kohelet, Windhauch um Windhauch: Alles vergeht und verweht . . .Generationen kommen und gehen . . .doch die Erde bleibt für immer bestehen.Was früher einmal geschah, wird wieder geschehen . . .Und was Menschen getan haben, wird wieder getan:Es gibt nichts Neues unter der Sonne!Es kann schon sein, dass einer sagt:„Schau her, das hier ist neu!“Doch schon vorher hat es das gegeben, vor langer Zeit.Nur kann sich niemand mehr an die erinnern,die in früheren Zeiten gelebt haben.Und auch an die Menschen, die in späteren Zeiten leben,wird sich niemand mehr erinnern.Schon ihre Nachkommen werden sie vergessen haben.“