Bosch Power Tools bei Stuttgart

Fokus auf globales Wachstum – das ist die neue Führungsspitze

Bosch Power Tools stellt den Bereichsvorstand zum 1. April neu auf – und will sich konsequent auf weltweites Wachstum fokussieren. Wie die Führungsspitze bald aussieht.

Fokus auf globales Wachstum – das ist die neue Führungsspitze

Die Bosch-Power-Tools-Spitze: Katharina Hartl bleibt im Bereichsvorstand. Martin Hettich (re.) stößt als Mitglied dazu, Michael Budde als Vorsitzender.

Von Rouven Spindler

Bei Bosch Power Tools stehen zum 1. April personelle Wechsel an. Den Bosch-Geschäftsbereich mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen wird künftig Michael Budde leiten, der den Vorsitz von Thomas Donato übernimmt. Martin Hettich folgt zudem als Vorstandsmitglied auf Lennart de Vet. Das teilt das Stuttgarter Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit.

Katharina Hartl bleibt demnach auf ihrem im Mai 2023 angetretenen Posten im dreiköpfigen Vorstand der Sparte, die etwa Elektrowerkzeuge, deren Zubehör, Gartengeräte und Messtechnik umfasst. Gemeinsam mit der für kaufmännische Aufgaben zuständigen 49-Jährigen „wird der neue Bereichsvorstand maßgebliche Impulse für die Weiterentwicklung von Bosch Power Tools setzen“, zitiert das Unternehmen Katja von Raven, Power-Tools-Aufsichtsratsvorsitzende und Mitglied der Bosch-Geschäftsführung. Mit der künftigen Führungsspitze richte man den Fokus „konsequent auf globales Wachstum“. Die Neuaufstellung sei dafür „ein klares Signal“.

Bosch Power Tools: Fokus auf globales Wachstum

Thomas Donato (54), seit Juni 2023 Power-Tools-Vorsitzender, verlässt das Unternehmen der Mitteilung zufolge Ende März auf eigenen Wunsch, um seine berufliche Laufbahn außerhalb der Bosch-Gruppe fortzusetzen. „Wir haben in den vergangenen drei Jahren mit entschlossenen Restrukturierungen und der Vorbereitung einer Vielzahl von erfolgreichen Produkteinführungen eine starke Basis für die Zukunft geschaffen und damit einen wichtigen Meilenstein für die Entwicklung von Power Tools gesetzt. Dafür danken wir Thomas Donato ausdrücklich“, wird von Raven zitiert.

Donatos Nachfolger Michael Budde „bringt langjährige Erfahrung in der Bosch-Gruppe mit und hat zuletzt den Geschäftsbereich Mobility Electronics mit strategischer Weitsicht und Umsetzungsstärke erfolgreich weiterentwickelt“, so von Raven. Budde, dessen aktuellen Posten Peter Wolfangel (54) übernehmen wird, ist seit Oktober 2022 und auch derzeit noch Mobility-Electronics-Vorsitzender. Der 56-Jährige trat 1998 in die Bosch-Gruppe ein.

Martin Hettich neu bei der Bosch-Gruppe

Neu dabei ist bald dagegen Martin Hettich, der laut Mitteilung bis 2024 30 Jahre lang beim us-amerikanischen Konsumgüterkonzern Procter & Gamble in unterschiedlichen Führungsfunktionen und Ländern tätig war und anschließend Unternehmen beriet. Mit dem 61-Jährigen gewinne man „einen ausgewiesenen Experten für Konsumgüter, der weitreichende internationale Erfahrung vorweisen kann“, erklärt von Raven.  

Ab April folgt Hettich als Bereichsvorstandsmitglied auf Lennart de Vet, der seine Position seit 2019 innehat und laut Bosch eine neue, noch nicht bekannt gegebene Aufgabe in der Gruppe übernehmen werde. Hettich soll von ihm die Verantwortung für die Regionen, das Marketing sowie den Vertrieb übernehmen und von Donato die Verantwortung für die Business Units.

Der 49-jährige de Vet habe „in rund 25 Jahren und verschiedenen Funktionen maßgeblich zum Erfolg von Power Tools beigetragen, wofür wir ihm ausdrücklich danken möchten“, teilt von Raven mit. Ihm und Donato wünsche das Unternehmen alles Gute für den weiteren beruflichen Weg.

Bereits zum 1. Februar hatte es bei Bosch Power Tools einen Wechsel gegeben. Eva Gerstmeier ist seither Digitalchefin, sie folgte auf Anja Unglaub.

Bosch-Fabrik in Leinfelden-Echterdingen schließt Ende 2026

Am Hauptsitz des Geschäftsbereichs in Leinfelden-Echterdingen sind unter anderem die Geschäftsführung, die Entwicklung und der Vertrieb ansässig. Die dortige Fabrik für Elektrowerkzeuge will der Konzern, der sich in einer schwierigen Phase befindet und den Abbau von 22 000 Stellen in den kommenden Jahren plant, Ende 2026 schließen.

Zum Zeitpunkt der Verkündung im April 2025 waren dort rund 230 Mitarbeiter tätig. Bis vor rund einem Monat konnte das Unternehmen rund zehn Beschäftigte auf andere Positionen bei Bosch Power Tools beziehungsweise an andere Unternehmensstandorte vermitteln. Auch die Power-Tools-Produktion am Standort Sebnitz (Sachsen) wird zum Jahresende auslaufen, dort waren im April 2025 rund 280 Menschen beschäftigt.

Das Unternehmen begründete die beiden Stilllegungen unter anderem mit dem größer gewordenen Wettbewerbs- und Preisdruck in der Branche. Es will die Produktion ins Ausland verlagern.

Weiterhin würden eine hohe Dynamik und intensiver Wettbewerb das Marktumfeld prägen, heißt es in der neuen Mitteilung. Darauf habe Power Tools in den vergangenen drei Jahren mit wesentlichen Programmen zur Restrukturierung und Kostenreduktion reagiert, zudem sei in neue Produkte und Kompetenzen investiert worden. Es gilt laut Katja von Raven auch jetzt, die Kostenmaßnahmen weiter umzusetzen.