Ausflugstipps Baden-Württemberg

Fünf Tipps für märchenhafte Wanderungen im Winter

Ob mit oder ohne Schnee – bei diesen fünf kurzen und fast ebenen Touren in Baden-Württemberg lässt sich der Winter genießen – und eine gute Einkehr ebenso.

Fünf Tipps für märchenhafte Wanderungen im Winter

Auf dem Raichberg bei Albstadt liegt der Premiumwinterweg „Wintermärchen“.

Von Thomas Faltin

Es ist gerade ein Auf und Ab mit den Temperaturen – aber mit etwas Glück kann man derzeit durch eine verschneite Landschaft spazieren. Wenn dann noch die Sonne scheint, wäre das Wanderglück perfekt. Wir stellen fünf Wanderungen in der Region Stuttgart, auf der Alb und im Schwarzwald vor, die mit höchstens neun Kilometern einigermaßen kurz sind und die geringe Steigungen aufweisen, sodass sie recht gefahrlos begangen werden können.

Teilweise sind diese Touren speziell als Winterwanderwege ausgewiesen. Zudem verlaufen sie meist durch offene Landschaft, damit man die Sonne genießen kann, so sie sich denn blicken ließe. Wichtig bei der Auswahl war auch, dass man eine schöne Einkehrmöglichkeit ansteuern kann. Bitte klären Sie vorher aber nochmals die Öffnungszeiten. Und ob es Schnee gibt, kann man oft über Webcams sehen.

Jetzt im Winter empfiehlt es sich aber in jedem Fall, vorsichtig zu sein – ziehen Sie gute Schuhe an, packen Sie sich warm ein und nehmen Sie vielleicht auch Stöcke mit. Am Ende jedes Tipps finden Sie einen Internetlink zum Wanderportal Outdooractive – dort sind alle Details nachlesbar, und Sie können vor Ort auf der Karte stets prüfen, ob Sie auf der richtigen Route sind. Alle Wanderungen außer der Runde in Besenfeld sind Premium- oder Qualitätswege.

Wintermärchen in Albstadt

Auf der Schwäbischen Alb existieren bisher nur zwei Winterwanderwege mit Premiumzertifizierung, beide sind von der Stadt Albstadt ausgewiesen worden. Die schönere Runde trägt den Namen „Wintermärchen“, ist 7,4 Kilometer lang und liegt auf dem Raichberg. Das ist eine der bezauberndsten Ecken der Alb, mit Aussichtsturm, bewirtschafteter Albvereinshütte (dem Nägelehaus) und einem grandiosen Albtrauf mit Dauerblick zur Burg Hohenzollern.

Der Winterweg wird extra präpariert, wenn Schnee liegt. Er folgt weitgehend bestehenden Wegen, zieht aber manchmal auch quer über die Wiesen – wenn der Schnee weg ist, sollte man also nicht stur der Route folgen. Es geht bei dieser Runde ein wenig auf und ab, und bei hoher Schneelage kann es sein, dass man nur langsam vorankommt – also Zeit und Energie mitbringen.

Wer danach noch nicht genug hat, kann ohne Probleme bis zum Zeller Horn, einem ebenso grandiosen wie gutbesuchten Aussichtsfelsen, weiterlaufen und dann gerne ein zweites Mal im Zollersteighof einkehren.

Länge: 7,4 Kilometer; Höhenmeter: 170; Start: Wanderparkplatz Stocken bei Onstmettingen; Für Webcam bitte klicken;

Für Webcam bitte klicken;Für Wanderdetails bitte klicken.

Wintererlebnispfad in Besenfeld

Der kleine Ort Besenfeld liegt auf einer Lichtung inmitten des Schwarzwalds, und diese Lichtung wird auf dieser sieben Kilometer langen Tour einmal zur Gänze umrundet, meist entlang der Grenzscheide zwischen offener Landschaft und Wald. Große Höhepunkte gibt es nicht. Aber teilweise ergeben sich schöne Ausblicke auf Schwarzwaldhöhen, auf die Schwäbische Alb und an klaren Tagen sogar auf die Alpenriesen.

Zudem verläuft dieser Winterwanderweg größtenteils parallel zum Kindererlebnisweg mit Felix, dem Seewaldfuchs – dabei wird an vielen Lern- und Spielstationen Wissenswertes über Tiere, Pflanzen und den Wald vermittelt. Das Beste an diesem Weg ist aber, außer hoffentlich viel Schnee und Sonne und Schwarzwaldfeeling, dass in Besenfeld nach der Winterrunde gleich mehrere Restaurants und Cafés zum Aufwärmen und Schmausen einladen. Der Schwarzwald-Tourismusverband empfiehlt etwa den Konradshof.

Länge: 7 Kilometer; Höhenmeter: 74; Start: Parkplatz an der Schönegründer Steige bei Besenfeld; Für Webcam bitte klicken;Alle Details zur Tour finden Sie hier. Bis auf einen kleinen Abschnitt identisch ist diese Tour auch im Portal Outdooractive zu finden.

Herrenbachtal-Weg bei Adelberg

Der Herrenbachstausee ist ganz von Wald umgeben, weshalb die Zivilisation weit weg zu sein scheint. Bei dieser sechs Kilometer langen Tour wird der in den 1970er Jahren angelegte See einmal umrundet, und das gleicht deshalb fast einer meditativen Übung. Vielleicht wollen Sie dabei ja nochmals Ihre Vorsätze für 2026 überdenken. Die meiste Zeit geht man auf einem breiten Forstweg, was im Winter angenehm ist; einen spürbaren Höhenunterschied gibt es nur am Anfang und Ende beim Weg vom Parkplatz zum See und zurück. Für Kinder finden sich unterwegs verschiedene Stationen, darunter eine Murmelbahn und ein Barfußweg – zumindest letzterer ist im Winter aber nur Hartgesottenen zu empfehlen. Unterhalb der Staumauer liegt die einfach gehaltene Gaststätte Herrenmühle. Zwei Kilometer weiter Richtung Rechberghausen gibt es noch die gemütliche Zachersmühle. Die Tour sollten Sie übrigens vom Parkplatz bei Unterberken starten; die Zufahrt von Rechberghausen her ist nicht bis zum See möglich. Wer möchte, kann noch zum früheren Kloster Adelberg hinaufsteigen. Allzu viel ist von der ursprünglichen Anlage aber nicht mehr erhalten.

Länge: 6,3 Kilometer; Höhenmeter: 66; Start: Parkplatz östlich von Unterberken; Alle Details zur Tour finden Sie hier. 

Weiherwiesenweg bei Essingen

Und hier kommt gleich nochmals ein See, oder eigentlich sind es sogar zwei: Der große und der kleine Weiherwiesensee oberhalb von Essingen im Ostalbkreis besitzen eine große Anmut, wirken Sie doch auf der sonst wasserarmen Schwäbischen Alb wie eine Fata Morgana. Sie wurden vor langer Zeit angelegt, um die Schafe vor der Schur zu waschen, heute sind sie längst Naturschutzgebiet und im Sommer ein Refugium für Molche und seltene Libellen.

Bei der sechs Kilometer langen Wanderung spaziert man am unteren und oberen Weiher vorbei, findet sich teilweise im Wald wieder und wandert dann durch ein Trockental. Ruhig und gemütlich ist diese Tour, so richtig geeignet zum Durchlüften von Gehirn und Seele. Ein herrlicher Anziehungspunkt ist zuletzt die Gaststätte Tauchenweiler, die einsam auf einer Lichtung steht. Im Sommer blinzelt man im Biergarten unter alten Kastanien in die Sonne, im Winter sitzt man in der warmen urigen Stube und freut sich an einem heißen Tee.

Länge: 5,9 Kilometer; Höhenmeter: 60; Start: Wanderparkplatz am Ende der Tauchenweilerstraße; Für Webcams bitte hier klicken;Alle Details zur Tour finden Sie hier. 

Hochgeblickt bei Nürtingen

Das Schönste bei dieser neun Kilometer langen Wanderung bei Nürtingen sind die Aussichten: Oberhalb des Teilorts Neckarhausen geht der Blick hinab ins Neckartal und weit hinaus bis zum blauen Rand der Schwäbischen Alb – von den Dreikaiserbergen bei Göppingen bis zur Burg Hohenzollern bei Hechingen kann man schauen. Ansonsten ist die Runde unspektakulär, wenn man davon absieht, dass man an einem Alpaka-Hof vorbeikommt, wo manchmal Dutzende der possierlichen Tiere auf der Weide stehen.

Vor allem aber führt die Tour durch eine Landschaft, die der große Sohn Nürtingens, Friedrich Hölderlin, seine Heimat nannte. Nehmen Sie seine Gedichte mit, und die Erhabenheit seiner Worte wird die Wanderung adeln und erhöhen: „In deinen Tälern wachte mein Herz mir auf / zum Leben, deine Wellen umspielten mich, / und all der holden Hügel, die dich Wanderer! / kennen, ist keiner fremd mir.“ So heißt es im Gedicht „Der Neckar“.

Wenn Sie mögen, können Sie unten im Bauernwald einen knapp zwei Kilometer langen Abstecher (hin und zurück) machen zum Ulrichstein, einer bizarren Felsformation, die Hölderlin in seinem Gedicht „Der Winkel von Hardt“ verewigt hat. Schauen Sie vorher auf eine Wanderkarte, der Weg jenseits der Aich ist etwas schwierig zu finden.

Zurück in Nürtingen, könnten Sie noch die kleine Gedenkstätte im Hölderlinhaus an der Neckarsteige besichtigen – oder gleich eines der Lokale unten an der Neckarfront aufsuchen. Der sogenannte Stadtbalkon ist seit einigen Jahren der „In“-Ort schlechthin in Nürtingen.

Länge: 9 Kilometer; Höhenmeter: 65; Start: Parkplatz am Hallenbad Nürtingen; Für Webcams bitte hier klicken;Alle Details zur Tour finden Sie hier.