Gaildorfer Pferdemarkt: Schwieriges Holzrücken, edle Rösser, großer Umzug

Der Gaildorfer Pferdemarkt wartet an diesem Wochenende wieder mit vielen Attraktionen auf.

Gaildorfer Pferdemarkt: Schwieriges Holzrücken, edle Rösser, großer Umzug

Anton Laux beim Holzrücken auf den Kocherwiesen. Archivfoto: Jörg Fiedler

Gaildorf. Die Schenkenstadt Gaildorf wird bis 9. Februar wieder zum Mittelpunkt des traditionellen Pferdemarkts. Seit 1928 ist dieser Markt fester Bestandteil des Winterkalenders und einer der letzten seiner Art.

Fuhrmannstag Heute von 10 bis 13 Uhr werden die Gaildorfer Kocherwiesen wieder Schauplatz des traditionellen Fuhrmannstags „Ross und Forst“. Dort zeigt sich, wie eng Pferde und Waldarbeit über Jahrhunderte verbunden waren. Der Einsatz der Tiere erfordert Können und Erfahrung, und genau das steht an diesem Tag im Fokus. Die Teilnehmer müssen mit ihren Gespannen einen Parcours bewältigen, bei dem es auf Präzision und Teamarbeit ankommt. Ob Stämme beim Holzrücken millimetergenau zu platzieren oder rückwärts durch enge Passagen zu lenken sind – jede Aufgabe verlangt den Fahrern und Pferden alles ab.

Edle Rösser Am Sonntag, 8. Februar, wird auf den Kocherwiesen wieder eine lange Tradition fortgesetzt: die Pferdeprämierung. Seit den 1920er-Jahren, als ein Landbeschäler (Deckhengst) aus Nordrhein-Westfalen die Zucht im Limpurger Land prägte, ist dieser Wettbewerb ein zentraler Bestandteil des Markts. Damals wie heute geht es darum, die besten Pferde zu würdigen, ob als kräftige Arbeitstiere, elegante Sportpferde oder zuverlässige Familienbegleiter. Ab 9 Uhr treten rund 90 Pferde in den Kategorien Warmblut, Kaltblut sowie Kleinpferde und Ponys an. Zehn erfahrene Richterinnen und Richter, geleitet von Carolin Eiberger, stellvertretende Gestütsleiterin des Haupt- und Landgestüts Marbach, bewerten die Tiere. Nach der Prämierung lädt ab 13 Uhr die Pferdeshow des Pferdezuchtvereins Schwäbischer Wald in der Reithalle zum Zuschauen ein.

Gespanne und Umzug Am Montag, 9. Februar, ab 9 Uhr ziehen wieder die Kutschenfahrten auf den Kocherwiesen die Blicke auf sich. Die Gespanne zeigen dabei nicht nur die Schönheit der Pferde, sondern auch das Können der Fahrer. Entscheidend für den Sieg ist, wie fehlerfrei das Gespann geführt wird. Eine Fachjury bewertet in drei Kategorien: Warmblutgespanne, Kaltblutgespanne sowie Pony- und Reitpferdegespanne. Auch eine Jungfahrerkategorie gibt es. Sobald die Sieger gekürt sind, reiht sich der Festzug ein und startet um 14 Uhr durch die Gaildorfer Innenstadt. Ein farbenfrohes Spektakel, das die Tradition des Pferdemarkts lebendig hält und für die Zuschauer ein besonderes Erlebnis bietet.

Weitere Attraktionen Auch sonst ist beim Gaildorfer Pferdemarkt einiges geboten: Drei Tage lang gibt es kulinarische Köstlichkeiten, regionale Aussteller, Musik und Mitmachaktionen für die ganze Familie. Die Körhalle ist der Anlaufpunkt während des Fests. Die Regioschau zeigt von Samstag bis Montag, was die Region zu bieten hat. Lokale Unternehmen präsentieren ihre Produkte und Dienstleistungen. Für Musikfreunde gibt es am Sonntag zwei Highlights in der Limpurghalle: Um 11 Uhr beginnt der Jazzfrühschoppen im Kernersaal, gefolgt von der Nachmittagsmusik der Gaildorfer Stadtkapelle ab 14 Uhr im Schenk-Albrecht-Saal. Wer dazwischen Lust auf einen Stadtbummel hat, kann die geöffneten Geschäfte in der Innenstadt von 12 bis 17 Uhr besuchen. Ein besonderes Erlebnis für Kinder bietet der Ponyclub Stoini am Sonntag auf den Kocherwiesen: Bis 17 Uhr können die kleinen Gäste auf Ponys reiten und eine Runde über die Wiesen drehen – sicher geführt. pm