Alcatraz bleibt vorerst für Besucher geschlossen – und das sorgt nicht nur bei Touristen für Fragen. Was hinter den Maßnahmen steckt.
Alcatraz ist ein historisches Hochsicherheitsgefängnis auf einer kleinen Insel vor San Francisco. Es wurde 1910-12 erbaut und war von 1934 bis 1963 in Betrieb. Heute ist es eine wichtige Touristenattraktion.
Von Katrin Jokic
Die bekannte Gefängnisinsel Alcatraz ist vorübergehend für Besucher geschlossen. Wie der National Park Service mitteilte, finden derzeit planmäßige Reparaturarbeiten am Anlegesteg statt. Die Schließung gilt seit Montag und soll bis einschließlich Freitag andauern. Eine Wiedereröffnung ist für Samstag vorgesehen.
Nach Angaben von Joshua Winchell, Kommunikationschef des Parks, handelt es sich um eine routinemäßige Maßnahme. Konkret würden die tragenden Elemente des Docks überprüft und instandgesetzt. Über diesen Anleger gelangen jährlich mehr als eine Million Besucher auf die Insel.
Alle geplanten Führungen in dieser Woche wurden abgesagt, bereits gekaufte Tickets erstattet. Besucher wurden dazu aufgefordert, ihre Touren umzubuchen. Als Alternative bietet der Betreiber Alcatraz City Cruises derzeit Rundfahrten durch die Bucht von San Francisco an, unter anderem vorbei an der Golden Gate Bridge, Sausalito und Angel Island.
Die kurzfristige Schließung kam für einige Touristen überraschend. In sozialen Netzwerken berichteten Reisende, dass sie erst am Tag ihres geplanten Besuchs von der Absage erfahren hätten.
Diskussion um mögliche Wiedereröffnung als Gefängnis
Parallel zur temporären Schließung sorgt ein politisches Thema rund um Alcatraz für Aufmerksamkeit. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hatte zuvor Interesse bekundet, das ehemalige Hochsicherheitsgefängnis wieder in Betrieb zu nehmen. In einem Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 sind dafür rund 152 Millionen US-Dollar vorgesehen.
Trump hatte vorgeschlagen, auf der Insel künftig besonders gewalttätige Straftäter unterzubringen. Das Gefängnis, das 1963 wegen hoher Betriebskosten geschlossen wurde, gilt bis heute als eines der bekanntesten der USA.
Kritik an den Plänen kam unter anderem aus Kalifornien. Gouverneur Gavin Newsom bezeichnete die Idee als realitätsfern und wirtschaftlich unsinnig. Auch weitere Politiker äußerten sich ablehnend.
Die aktuelle Schließung der Insel steht jedoch laut National Park Service in keinem Zusammenhang mit diesen politischen Überlegungen. Es handle sich ausschließlich um geplante Wartungsarbeiten.