Gernot Gruber kandidiert für den SPD-Landesvorstand

Den ehemaligen Backnanger Landtagsabgeordneten zieht es zurück auf die politische Bühne. Gesundheitlich geht es ihm wieder besser.

Gernot Gruber kandidiert für den SPD-Landesvorstand

Gernot Gruber sich fit für ein politisches Comeback.

Von Kornelius Fritz

Backnang. Knapp zwei Jahre nach seinem krankheitsbedingten Ausscheiden aus dem Landtag von Baden-Württemberg zieht es den ehemaligen Backnanger Abgeordneten Gernot Gruber zurück in die Politik. Wie der 63-Jährige mitteilt, wird er sich auf dem SPD-Landesparteitag Mitte Juni in Ulm um einen Posten als Beisitzer im Landesvorstand bewerben. „Im Landesverband von Erhard Eppler, Harald B. Schäfer, Hermann Scheer und Ernst-Ulrich von Weizsäcker ist es mir besonders wichtig, Arbeit und Umwelt zusammenzudenken und mit der SPD für ein gerechtes, friedliches, klimaschützendes und wirtschaftlich erfolgreiches Land einzustehen“, heißt es in seinem Bewerbungsschreiben.

Gruber sieht seine Kandidatur auch als Reaktion auf das historisch schlechte Ergebnis bei der Landtagswahl im März, als die SPD nur noch 5,5 Prozent der Stimmen bekam. „Ich bin der Meinung, dass es angesichts der ernsten Lage der traditionsreichen SPD Baden-Württemberg wichtig ist, dass auch erfahrene Sozialdemokraten, die kein Eigeninteresse an einem guten Platz auf einer Landesliste hegen, ihre vielfältige Erfahrung einbringen“, erklärte Gruber gegenüber unserer Zeitung. Gernot Gruber ist bereits seit 1982 SPD-Mitglied, 25 Jahre lang hat er den SPD-Ortsverein Backnang geleitet. Von 2011 bis 2024 war er Mitglied des Landtags und erzielte bei drei Wahlen im Wahlkreis Backnang jeweils überdurchschnittliche Ergebnisse.

Gruber unterstützt Carsten Lotz

Gesundheitlich traut sich Gernot Gruber ein politisches Comeback inzwischen wieder zu. Nachdem ihn ein chronisches Erschöpfungssyndrom vor zwei Jahren zum Aufhören gezwungen hatte, fühlt er sich mittlerweile laut eigener Aussage wieder „gesund und leistungsfähig“. Gruber spricht sogar von einem „kleinen Wunder“, mit dem er selbst nicht mehr gerechnet habe. Selbst mit seinem geliebten Laufsport hat er inzwischen wieder angefangen und sich kürzlich für den Wald- und Wiesenlauf über fünf Kilometer am 14. Juni in Kirchenkirnberg angemeldet.

Beim Landesparteitag in Ulm wird auch die Nachfolge des bisherigen Landesvorsitzenden Andreas Stoch geregelt, der nicht wieder antritt. Ein Duo und zwei Einzelkandidaten interessieren sich für den Posten. Wer zur Wahl nominiert wird, entscheidet die Basis bei einer Mitgliederbefragung. Gernot Gruber hat sich hier bereits sehr deutlich für die Wahl des 49-jährigen Carsten Lotz aus dem SPD-Ortsverband Gomaringen (Kreis Tübingen) ausgesprochen. Dieser ist laut Gruber „der einzige Kandidat, der unabhängig ist von Flügeln und Netzwerken“ und „ein echter Silberstreif am Horizont des Kandidatenhimmels“.