Gernot Gruber vermutet interne Absprachen im Vorfeld der Wahl als Grund für sein Abschneiden. Foto: Alexander Becher
Backnang/Ulm. Der frühere Backnanger Landtagsabgeordnete Gernot Gruber hat den Einzug in den SPD-Landesvorstand verpasst. Beim Landesparteitag der SPD Baden-Württemberg in Ulm kandidierte der 63-Jährige für einen Posten als Beisitzer, erhielt jedoch nur 17 Stimmen und landete damit auf dem letzten Platz der Bewerber. Der langjährige Sozialdemokrat hatte seine Kandidatur mit dem Wunsch begründet, seine politische Erfahrung in die Landespartei einzubringen. Gruber ist seit 1982 SPD-Mitglied, war 25 Jahre Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Backnang und gehörte von 2011 bis 2024 dem baden-württembergischen Landtag an.
Nach der Wahl zeigte sich Gruber enttäuscht. Die geringe Unterstützung innerhalb der Landespartei stehe für ihn im Gegensatz zu seiner bisherigen Unterstützung bei Wahlen vor Ort. Bei der Landtagswahl 2021 habe er im Wahlkreis Backnang 19 Prozent der Stimmen erreicht und damit deutlich besser abgeschnitten als die SPD im Land. Mit 11274 Stimmen sei er damals der SPD-Kandidat mit den meisten Stimmen in Baden-Württemberg gewesen.
Als Grund für sein Abschneiden vermutet Gruber interne Absprachen im Vorfeld der Wahl. Das neue Führungsduo hätte sich seiner Einschätzung nach auf bestimmte Kandidaturen verständigt. Auch das Abschneiden von Carsten Lotz bewertet Gruber kritisch. Der Kandidat für den SPD-Landesvorsitz, der bei der Mitgliederbefragung unterlegen war, sei aus seiner Sicht ein engagierter und kluger Politiker und hätte ebenfalls einen Platz im Landesvorstand verdient gehabt. Das Ergebnis der Mitgliederbefragung war aber sehr eindeutig: 56,52 Prozent der gültigen Stimmen entfielen auf die gemeinsame Kandidatur von Isabel Cademartori und Robin Mesarosch.
Trotz der Niederlage auf Landesebene blickt Gruber nach eigenen Angaben weiter nach vorne. Er sei zuversichtlich, bei der Kreistagswahl 2029 erneut die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort
zu erhalten. red