17 % Kursverlust

Gerresheimer-Aktie rauscht weiter ab - Die Hintergründe

Die Gerresheimer-Aktie hat am Donnerstag erneut einen massiven Kursverlust von 17 % hinnehmen müssen. Was steckt hinter diesem drastischen Einbruch?

Gerresheimer-Aktie rauscht weiter ab - Die Hintergründe

Die Gerresheimer-Aktie bricht um 17 % ein. Erfahren Sie, wie erweiterte BaFin-Prüfungen und bilanzielle Unsicherheiten den Kurs des Verpackungsspezialisten belasten.

Von Matthias Kemter

Die Aktie des Verpackungsspezialisten Gerresheimer gerät erneut stark unter Druck. Nach einer bereits laufenden Prüfung durch die BaFin wurden nun zusätzliche Untersuchungen angekündigt, die neue Fragen zur Bilanzierung des Unternehmens aufwerfen. Diese Entwicklungen haben das Vertrauen der Anleger weiter erschüttert.

Erweiterte BaFin-Prüfung sorgt für Unsicherheit

Die BaFin hatte bereits im September 2025 eine Prüfung der Gerresheimer-Bilanzen eingeleitet, die sich auf die Umsatzrealisierung bei sogenannten „Bill-and-Hold“-Vereinbarungen konzentrierte. Nun wurde diese Prüfung ausgeweitet. Im Fokus stehen mögliche Fehler bei der Bilanzierung von Leasingverbindlichkeiten und Entwicklungskosten sowie die Frage, ob Vermögenswerte früher hätten abgeschrieben werden müssen. Auch die Risikoeinschätzung im Zusammenhang mit der Übernahme von Bormioli Pharma wird kritisch hinterfragt.

Kritische Bilanzierungspraktiken

Besonders die „Bill-and-Hold“-Vereinbarungen stehen im Zentrum der Kritik. Hierbei werden Umsätze bereits vor der Auslieferung der Produkte verbucht, was laut IFRS-Standards nur unter strengen Bedingungen zulässig ist. Gerresheimer hatte bereits eingeräumt, dass in der Bilanz 2024 Umsätze in Höhe von 35 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA von 24 Millionen Euro falsch ausgewiesen wurden. Diese Fehler haben das Vertrauen in die Bilanzierungspraktiken des Unternehmens nachhaltig beschädigt.

Anleger verlieren das Vertrauen

Die Nachricht über die erweiterten Prüfungen führte am Mittwoch bereits im nachbörslichen Handel zu einem deutlichen Kursrückgang. Am Donnerstagmorgen setzte sich der Abwärtstrend fort, und die Aktie fiel zeitweise auf 15,21 Euro. Damit nähert sich der Kurs dem Rekordtief aus dem Jahr 2009.

Fazit

Die Gerresheimer-Aktie steht unter massivem Druck, da die laufende BaFin-Prüfungen immer neue Schwachstellen in der Bilanzierung des Unternehmens aufdecken. Die Unsicherheit über die finanzielle Stabilität und die Glaubwürdigkeit des Unternehmens hat zu einem drastischen Vertrauensverlust bei den Anlegern geführt. Es bleibt abzuwarten, wie Gerresheimer auf die verschärften regulatorischen Anforderungen reagieren wird.