Absehbares Drama

Goldpreis bricht um knapp 15 % ein - Was passiert ist

Der Goldpreis hat in den letzten Tagen einen dramatischen Einbruch erlebt. Nach einer langen Rallye, die das Edelmetall auf Rekordhöhen trieb, kam es zu einem plötzlichen Rückgang um fast 15 Prozent. Was hinter dem Kurssturz steckt.

Goldpreis bricht um knapp 15 % ein - Was passiert ist

Der Goldpreis ist nach einer langen Rallye dramatisch eingebrochen. Erfahren Sie, welche Faktoren den Kurssturz ausgelöst haben und wie die Aussichten für das Edelmetall sind.

Von Matthias Kemter

Der Goldpreis, der noch vor wenigen Tagen ein Allzeithoch von über 5.500 US-Dollar pro Feinunze erreicht hatte, fiel am Freitag auf unter 4.700 US-Dollar. Dieser Rückgang von knapp 15 Prozent innerhalb kürzester Zeit hat zwar viele Anleger überrascht, aber absehbar war die Korrektur dennoch.

Politische Entscheidungen und der US-Dollar

Den Stein ins Rollen brachte die Nominierung von Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der US-Notenbank durch Präsident Donald Trump. Warsh gilt als Verfechter einer strengen Zinspolitik, was die Erwartungen an eine lockere Geldpolitik dämpfte. Diese Entscheidung führte zu einer Erholung des US-Dollars, der den Goldpreis zusätzlich unter Druck setzte. Da Gold in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein starker Dollar das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums und bremst die Nachfrage. Das war der Funke, der einen Flächenbrand auslöste.

Gewinnmitnahmen

Denn angesichts des raschen Kursanstieges in den letzten Monaten und vor allem Wochen, waren sich die Märkte einig, dass eine Korrektur nur eine Frage der Zeit ist. Nach einer außergewöhnlich starken Rallye, die den Goldpreis in den letzten zwölf Monaten um knapp 100 Prozent steigen ließ, nutzten viele Anleger das hohe Kursniveau, um ihre Gewinne zu realisieren. Solche Verkaufswellen sind typisch für überkaufte Märkte, in denen die Preise innerhalb kurzer Zeit stark gestiegen sind. Obwohl Edelmetalle wie Gold als sicherer Hafen gelten, zeigt der Kursrutsch, wie spekulativ selbst die Edelmetallmärkte mittlerweile geworden sind. Auch Silber musste mit einem Kursrückgang von 30 Prozent Federn lassen.

Technische Korrektur & Stop-Loss-Wellen

Auch die charttechnische Ausgangslage war im Goldchart extrem angespannt. Zahlreiche Indikatoren signalisierten eine überkaufte Situation, was die Märkte besonders anfällig für Korrekturen machte. An volatilen Märkten steigt bei größeren Kurskorrekturen auch die Wahrscheinlichkeit von Stop-Loss-Wellen, bei denen automatisierte Verkäufe Verluste begrenzen sollen. Automatische Handelsprogramme und spekulative Ströme verstärken dann solche Abwärtsbewegung.

Langfristige Perspektive bleibt positiv

Trotz des heftigen Rückgangs bleibt der langfristige Trend für Gold intakt. Die fundamentalen Treiber, wie geopolitische Unsicherheiten und die Rolle von Gold als sicherer Hafen, sind weiterhin vorhanden. Experten sehen den aktuellen Einbruch eher als technische Korrektur denn als Trendwende. Die hohe Volatilität zeigt, dass der Markt weiterhin um den „richtigen“ Preis ringt.

Fazit

Der jüngste Einbruch des Goldpreises mag auf den ersten Blick dramatisch erscheinen, ist jedoch im Kontext der vorherigen Rallye und der aktuellen Marktlage nicht ungewöhnlich. Gewinnmitnahmen und technische Korrekturen sind ein natürlicher Teil des Marktzyklus. Langfristig bleibt Gold ein wichtiger Baustein zur Absicherung von Vermögen, insbesondere in unsicheren Zeiten.