Frühkindliche Bildung

Grüne für verpflichtendes Kita-Jahr vor der Einschulung

Ist der Erfolg in der Schule zu stark abhängig von Elternhaus und Kita-Vorbildung? Die Grünen wollen mehr Förderung verpflichtend machen.

Grüne für verpflichtendes Kita-Jahr vor der Einschulung

Eine Tafel mit Buchstaben und Zahlen in einer Berliner Kita. (Symbolfoto)

Die Grünen wollen für alle Kinder in Deutschland ein verpflichtendes Kita-Jahr vor der Einschulung einführen. Das geht aus einem neuen Positionspapier zur frühkindlichen Bildung hervor, das laut einem Bericht der „Welt“ von der Bundestagsfraktion verabschiedet wurde und der Zeitung vorliegt. Dieses Jahr müsse beitragsfrei sein, der Bund solle dazu mit den Ländern Gespräche über Umsetzung und Finanzierung aufnehmen.

„Mit einem verbindlichen und beitragsfreien Startklar-Jahr wollen wir jedem Kind vor der Einschulung die Förderung ermöglichen, die es braucht“, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Anja Reinalter, der Zeitung.

Kritik am Gesetzentwurf von Prien

Mit der Forderung gehen die Grünen dem Bericht zufolge über ein geplantes Gesetz von Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hinaus. Dieses sogenannte Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz soll laut Entwurf mehr Kinder in öffentliche Betreuung bringen, möglichst früh vor allem fehlende Sprachkenntnisse dingfest machen und etwaige Probleme durch gezielte Hilfen ausgleichen. 

Die Grünen fordern darüber hinaus einen unbefristeten „Kita-Qualitätspakt“ von Bund und Ländern. „Während Schwarz-Rot die Bundesmittel für Kita-Qualität perspektivisch halbieren will und ab 2035 komplett aus der Finanzierung aussteigen will, fordern wir einen dauerhaften Kita-Qualitätspakt mit jährlich drei Milliarden Euro vom Bund“, sagte Reinalter. Zusätzlich müsse das Kita-Investitionsprogramm aus dem Sondervermögen auf elf Milliarden Euro aufgestockt werden.