So spannend war die Oberbürgermeisterwahl in München seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Amtsinhaber hat seine Niederlage eingeräumt.
Jubel bei den Grünen in München.
Von red/dpa/AFP
In der Stichwahl um den Posten des Münchner Oberbürgermeisters liegt Dominik Krause von den Grünen vorne. Nach Auszählung von 495 von 926 Wahlbezirken kam der 35-Jährige auf 59,1 Prozent der Stimmen. Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) erreichte demnach nur 40,9 Prozent. Bei der Wahlparty der Grünen brandete Jubel auf, als die erste Tendenz bekanntwurde.
Reiter räumte kurz darauf seine Niederlage ein. Er gratuliere Krause zum Sieg und erkläre seine politische Laufbahn für beendet, sagte Reiter am Sonntag in München.
Die Wahl war so spannend wie seit Jahrzehnten nicht mehr in München. Lange galt Amtsinhaber Reiter als unangefochtener Favorit. Doch dann wurde bekannt, dass er schon seit Jahren Geld vom FC Bayern München für einen Posten in dessen Verwaltungsbeirat bekommen hatte und sich dies nicht - wie er es hätte tun müssen - vom Stadtrat genehmigen ließ. Vor allem wegen seines Umgangs damit stand Reiter massiv in der Kritik.
Erster Wahlgang war noch an Reiter gegangen
Nach großem öffentlichem Druck räumte er Fehler ein und trat vom Posten des Verwaltungsbeirates und auch von dem des Aufsichtsrates, den er gerade erst übernommen hatte, zurück.
Im ersten Wahlgang am 8. März hatte er zwar mit 35,6 Prozent vor Krause mit 29,5 Prozent gelegen. Im Vergleich zu 2020 war das aber ein Minus vorn mehr als zwölf Prozentpunkten für Reiter. Und dass Reiter überhaupt noch vor Krause gelegen hatte, war vor allem auf die Briefwähler zurückzuführen, von denen ein Großteil noch vor Bekanntwerden der Affäre abgestimmt hatte. Nach den nur am Wahltag selbst abgegebenen Stimmen lag Krause vor Reiter.