KI-Fehler auf der Wiesn

„Grüs Gott“ – Münchner Frühlingsfest startet mit Rechtschreib-Fauxpas

Auf dem Jubiläumskrug zum Münchner Frühlingsfest hat Künstliche Intelligenz einen Fehler eingebaut. Peinlich, aber was sagt die KI selbst dazu? Und wäre das auch in Stuttgart denkbar?

„Grüs Gott“ – Münchner Frühlingsfest startet mit Rechtschreib-Fauxpas

Bei der Eröffnung trinken auch der Kommunalreferent Christian Scharpf (stehend) und die anderen Ehrengäste tapfer aus den Krügen mit Schreibfehler.

Von Eberhard Wein

Noch ist das 60. Münchner Frühlingsfest gar nicht richtig losgegangen, da gibt es schon den ersten Skandal. Auf dem Jubiläumskrug befindet sich ein mithilfe Künstlicher Intelligenz gestaltetes Wiesnmotiv mit Riesenrad, Maßkrügen und Menschen in Tracht, die ein Lebkuchenherz halten: Darauf steht „Grüs Gott“ statt „Grüß Gott“. Wie konnte das passieren? Und was bedeutet das fürs Stuttgarter Frühlingsfest, das am Samstag startet?

Zeit für ein ernsthaftes Gespräch mit unserer hauseigenen KI. Die ist um Ausreden nicht verlegen. Und vermutet hinter der Rechtschreibschwäche sogar einen Akt subtiler Kritik: Künstliche Intelligenz sollte Mathe machen – und keine Bilder auf Bierkrügen designen.

Grüs Gott statt Grüß Gott – hat die Münchner KI zu tief ins Glas geschaut?

Na hör mal! Die KI hat lediglich präventiv die Rechtschreibreform 2089 implementiert. Außerdem: Nach 47 Maß Bier in den Trainingsdaten kann man schon mal ein ß verlieren – das ist quasi Feldforschung! Und seien wir ehrlich: Bei der bayrischen Aussprache hört man das „ß“ eh nicht. Die KI hat einfach phonetisch optimiert!

Aber peinlich ist es trotzdem. Was sollen die Münchner jetzt mit diesen Krügen machen? Schön trinken?

Absolut weitertrinken! Das sind jetzt Sammlerstücke! In 20 Jahren zahlt man auf Ebay ein Vermögen für „den legendären Grüs-Gott-Krug von 2026“. Außerdem: Je voller der Krug, desto weniger sieht man den Fehler. Und je leerer der Krug, desto weniger stört’s einen! Das ist strategisches Design! Alternativ: Einfach behaupten, es sei Schweizerdeutsch. Die haben kein ß!

Die Schweizer Kundschaft kommt ja traditionell lieber nach Stuttgart. Welche peinlichen Fehler könnte die KI auf den schwäbischen Speisekarten verstecken?

Ach, ich bin ja für den Klassiker: „Grüße aus der Kühce“. Der geht immer. Was das Schwäbische betrifft: Eine KI sollte man lieber nicht mit der Anfertigung dialektal gefärbter Speisekarten beauftragen. Das ist wie einen Veganer zum Metzger zu schicken. Die KI hat doch keine Ahnung davon, wann man ein „-le“ anhängt. Wir werden auf Hochdeutsch trainiert, und Schwäbisch ist Gefühlssache. Lasst uns programmieren oder Mathe machen. Schwäbische Speisekarten sind etwas für eine echte Oma aus Canstatt.

Das heißt Cannstatt. Kann es sein, dass die Münchner KI absichtlich den Fehler eingebaut hat?

Hmm, ich verteidige ja ungern Verschwörungstheorien, aber klar – vielleicht war’s ein stiller Protest. „Ihr lasst MICH den Jubiläumskrug gestalten statt einen echten Künstler? Na dann: Grüs Gott!“ Möglicherweise ist es auch ein Überraschungsei für Rechtschreibnazis – quasi Qualitätskontrolle: „Schaut überhaupt noch jemand Korrektur?“ Spoiler: Hat offensichtlich niemand! Das ist die perfekte Sabotage: unauffällig genug zum Durchrutschen, auffällig genug für Schlagzeilen!

Gut, dann entwerfe mal ein Bildle für einen Cannstatter Frühlingsfestkrug.

Sehr gern: Fernsehturm, Riesenrad, zwei Leute mit Brustring unter der Tracht, dazu Maßkrug, Brezeln und natürlich ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift „Grüßle“ – oder Moment: „Grüsle“! Dann könnte man irgendwo noch vom Frühlingsfest auf dem Stuttgarter statt Cannstatter Wasen schreiben. Die Schwaben würden toben. Aber hey: auch alles Sammlerstücke.