Blutmond am 3. März 2026

Hier können Sie den Blutmond im Livestream verfolgen

Am heutigen Dienstag verfinstert sich der Mond - allerdings ist das von Deutschland aus nicht zu sehen. Wie kommt es zu einer Mondfinsternis? Und warum schimmert der Erdbegleiter dabei rötlich?

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So majestätisch schön ist ein Blutmond anzusehen – aber am 3. März 2026 leider nicht bei uns.

Von Markus Brauer

 Spektakel um den Erdtrabanten: Am heutigen Dienstag (3. März) taucht der Mond voll in den Schatten der Erde ein und wird sich rötlich schimmernd am Himmel zeigen.

12.04 bis 12.33 Uhr – aufgepasst!

Von 12.04 bis 12.33 Uhr (MEZ) ist dann eine totale Mondfinsternis zu bestaunen, wie der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde, Uwe Pilz, berichtet. Aber nicht in Mitteleuropa: „Da der Mond erst gegen 18 Uhr aufgeht, ist der gesamte Verlauf unbeobachtbar im deutschen Sprachraum.“

Besser seien die Bedingungen auf der gegenüberliegenden Seite der Erde. „Hawaii wäre gut“, sagt Pilz. Gut beobachtbar sei das Schauspiel auch im östlichen Russland und in Alaska, weitgehend auch an der nordamerikanischen Pazifik-Küste.

Blutmond über der Hälfte des Globus zu sehen

Über rund der Hälfte der Erdkugel wird der Vollmond sich rot verfärben. Leider liegen Europa, Afrika und weite Teile Asiens diesmal außerhalb des Sichtbarkeitsbereichs.

Wenn sich die Mondfinsternis ereignet steht der Erdtrabant bei uns unter dem Horizont. Im Westen Nordamerikas, in Australien, Teilen Ostasiens und dem gesamten Pazifikraum wird der „Blutmond“ aber in Gänze zu sehen sein.

Die Mondfinsternis beginnt bereits gegen 9:45 Uhr unserer Zeit mit dem Eintritt des Vollmonds in den Halbschatten der Erde, erkennbar an einem kaum merklichen Verdunkeln des Mondes.

Wanderung aus dem Kernschatten

Die Phase der Totalität beginnt dann gegen 12 Uhr mittags. Erst dann steht der Mond voll im Kernschatten der Erde und leuchtet rot. Rund eine Stunde dauert diese „Blutmond“-Phase, dann beginnt der Erdtrabant wieder langsam aus dem Kernschatten herauszuwandern.

Bei der aktuellen Mondfinsternis zieht der Mond durch den südlichen Teil des irdischen Kernschattens. Dadurch erscheint sein unterer Rand ein wenig heller als der Rest.

Ob der Mond während der Totalität eher bräunlich dunkelrot leuchtet oder aber intensiv hellrot, hängt dabei von zwei Faktoren ab: Wie zentral der Mond durch den Erdschatten läuft und wie sauber die Erdatmosphäre ist. Denn je mehr Schwebteilchen sie enthält, desto weniger Sonnenlicht wird von ihr auf den verfinsterten Mond gestreut und desto dunkler erscheint er.

Rotes Licht kommt durch Atmosphäre

Die rötliche Farbe rührt vom gestreuten Licht durch die Erdatmosphäre her. „Der Effekt ist derselbe wie bei rötlichen Sonnenuntergängen“, erklärt Pilz.

Unsere Lufthülle wirkt nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wie ein Filter. Der lässt nur das rote Licht geradeaus durch, während die anderen Farben in andere Richtungen abgelenkt werden.

Eine Mondfinsternis kann es nur bei Vollmond geben. Die von der Sonne angestrahlte Erde wirft wie ein Sonnenschirm einen Schatten in den Weltraum. Wenn der Mond diesen Schatten quert, sieht man eine Mondfinsternis. Liegt der Trabant im vollen Umfang in diesem Schatten, spricht man von einer totalen Finsternis.

Im Livestream verfolgen

Wer das Himmelschauspiel von uns aus mitverfolgen möchte, kann dies über einen dieser Livestreams tun:

Wann können wir die nächste Mondfinsternis sehen?

Die nächste Mondfinsternis ereignet sich am 27./28. August 2026. Dann tritt der Mond aber nicht ganz in den Kernschatten der Erde ein, so dass es zu zu einer partiellen Mondfinsternis kommt. In Europa findet diese Verfinsterung bei Monduntergang statt und ist daher nur in Teilen sichtbar.

Am 18. Juli 2027 folgt eine Halbschatten-Finsternis, die nur auf der Südhalbkugel zu sehen ist.

Einen richtigen „Blutmond“ wird man in Europa erst wieder am 31. Dezember 2028 sehen können. Die Phase der Totalität ereignet sich dann bei uns kurz nach Mondaufgang.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Mondfinsternis und Weltuntergang?

Faktisch keinen. Dennoch kursieren im Internet die wildesten Gerüchte. Im US-Bundesstaat Utah zum Beispiel, wo rund 60 Prozent der Einwohner Mitglieder der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage“ sind (besser bekannt als Mormonen) bereiten sich die Gläubigen bei einer totalen Mondfinsternis immer auf das Schlimmste vor. Die Menschen verbarrikadieren sich in ihren Häusern mit Notfallpaketen und Lebensmittelvorräten. Alle sieben Jahre, so mormonische Prophezeiungen, sollen weltverändernde Ereignisse eintreten: 2001 die Terroranschläge in den USA, 2008 die globale Finanzkrise, 2015 der „Doomsday“. (mit dpa/AFP-Agenturmaterial)