Auch in den nächsten Wochen könnte es wiederholt Unterrichtsausfall geben, denn bei Weitem nicht alle Lehrerinnen und Lehrer sind verbeamtet.
Bildungsstreik mit Kundgebung in Mannheim.
Von Michael Maier
Rund 1.000 angestellte Lehrkräfte und Beschäftigte im Bildungswesen haben heute in Baden-Württemberg ihre Arbeit niedergelegt. Die Aktion ist Teil eines bundesweiten Streiktags im Bildungsbereich, zu dem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und ver.di aufgerufen haben.
Nach Angaben der GEW sind wegen des Streiks mehrere tausend Unterrichtsstunden an Schulen im Südwesten ausgefallen. Besonders betroffen waren die acht Heimsonderschulen mit Internat.
GEW-Kundgebung in Mannheim
Die Streikenden versammelten sich zu einer zentralen Kundgebung in Mannheim, an der laut GEW rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer - auch aus anderen Bundesländern - teilnahmen. Das Programm umfasste eine Auftaktkundgebung vor dem Schloss Mannheim, einen Demonstrationszug und eine weitere Kundgebung vor dem Wasserturm.
Das Kultusministerium hatte im Vorfeld betont, dass man mit keinen größeren Ausfällen rechne, da lediglich rund zehn Prozent der etwa 120.000 Lehrerinnen und Lehrer im Südwesten angestellt sind. Der Rest ist verbeamtet und hat kein Streikrecht.
Streik an Unis und Hochschulen
Bereits gestern waren Beschäftigte von Universitäten und Hochschulen in Baden-Württemberg zum Warnstreik aufgerufen. Wie ver.di mitteilte, streikten landesweit insgesamt rund 1.500 Beschäftigte. Allein in Heidelberg demonstrierten rund 600 Streikende. In Freiburg zogen etwa 300 Streikende durch die Innenstadt und skandierten unter anderem „Fairer Lohn - einzige Option“.
Betroffen waren zahlreiche Universitäten und Hochschulen im Land, darunter Freiburg, Konstanz, Stuttgart, Hohenheim, Karlsruhe, Heilbronn, Heidelberg, Mannheim, Tübingen, Reutlingen und Ulm. An manchen Standorten blieben mehrere Mensen und andere Einrichtungen wie Uni-Kitas geschlossen.
Verdi will 300 Euro mehr im Monat
Mit den Streiks wollen die Gewerkschaften ihren Forderungen im aktuellen Tarifstreit im öffentlichen Dienst Nachdruck verleihen. Sie fordern sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro mehr pro Monat. Nachwuchskräfte sollen zudem monatlich 200 Euro mehr bekommen und nach erfolgreicher Ausbildung unbefristet übernommen werden. Zudem möchte ver.di erreichen, dass der Tarifvertrag auch für studentische Hilfskräfte gilt.
Die dritte und möglicherweise entscheidende Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) findet vom 11. bis 13. Februar 2026 in Potsdam statt. Ver.di kritisiert, dass die Arbeitgeberseite bisher kein Angebot vorgelegt habe, lediglich einen „Korridor, der nicht akzeptabel ist“.
Millionen Menschen im Öffentlichen Dienst betroffen
Bundesweit verhandeln die Gewerkschaften für rund 2,6 Millionen Länder-Beschäftigte, von denen etwa die Hälfte im Bildungsbereich an Schulen, Hochschulen und Landes-Kitas arbeiten. In Baden-Württemberg betrifft dies neben den 12.000 angestellten Lehrkräften auch knapp 4.000 pädagogische Assistentinnen und Assistenten an Schulen, Hunderte von Erzieherinnen und Erziehern an SBBZ mit Internat und mehrere zehntausend Tarifbeschäftigte an Hochschulen. Zudem gibt es landesweit etwa 50.000 bis 60.000 studentisch Beschäftigte.
Nach Angaben der GEW sollen die Streiks in der kommenden Woche fortgesetzt werden.