Die TSG spielt am Samstag im Fernduell mit dem VfB um den Einzug in die Champions League.
Von dpa
Sinsheim - Christian Ilzer stand an der Seitenlinie im schicken Anzug – wie ihn Trainer in der Champions League gerne tragen. Ob er schon die dortige Kleiderordnung probe? „Meine Eltern haben erstmalig zugeschaut, dann dachte ich, das passt: zu Ehren ihres Besuchs“, erklärte der Chefcoach der TSG 1899 Hoffenheim. Außerdem sei ja am Sonntag Muttertag, „und mein Vater hat diese Woche Geburtstag gehabt“. Noch sind die Kraichgauer nicht in der Königsklasse, doch nach dem 1:0-Sieg gegen Werder Bremen lebt der Traum.
Der Tabellenfünfte geht punktgleich mit dem Landesrivalen VfB Stuttgart, der zum Bundesliga-Saisonfinale am Samstag bei Eintracht Frankfurt antreten muss, in die letzte Partie bei Borussia Mönchengladbach. Bayer Leverkusen lauert im Kampf um Platz vier noch dahinter. „Wir haben unser Halbfinale gewonnen, jetzt wartet in Gladbach unser Finale“, sagte Ilzer, dessen Team die Qualifikation zur Europa League schon zuvor sicher hatte.
Dementsprechend ließen sich die Hoffenheimer nach dem letzten Heimspiel vor 28 128 Zuschauern im Stadion von Sinsheim feiern. Gegen Bremen war eigentlich alles angerichtet für einen sicheren Sieg: Bremens Yukinari Sugawara flog bereits in der 5. Minute nach einem Tritt in die Wade von Bazoumana Touré vom Platz. Der Flügelflitzer von der Elfenbeinküste erzielte dann das Siegtor (26.) für sein nun seit fünf Spielen ungeschlagenes Team. Die TSG stürmte und stürmte in Überzahl, zeigte sich jedoch anfällig für Konter und verhedderte sich immer wieder im gegnerischen Strafraum.
So mussten die Gastgeber bis zum Schluss zittern. „Am Ende zählen die drei Punkte, weil wir am letzten Spieltag noch alle Möglichkeiten haben“, sagte der sichtlich erleichterte Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker. „Ich freue mich, das ist wunderschön, das nehmen wir an.“
Die Hoffenheimer können sogar noch einen Punkterekord in ihrer Bundesligahistorie aufstellen: 2016/17 kam der Dorfclub unter dem heutigen Bundestrainer Julian Nagelsmann auf 62 Zähler und zog erstmals in die Champions League ein. Aktuell haben die Hoffenheimer 61 Zähler auf ihrem Konto. Die Profis um Kapitän Oliver Baumann möchten sich am 34. Spieltag ganz auf sich konzentrieren.