Seit Dezember 2025 ist Pellegrino Matarazzo Trainer bei Real Sociedad San Sebastian. Nun spielt er um seinen ersten großen Titel.
Pellegrino Matarazzo (re.) freut sich über den Finaleinzug.
Von Dirk Preiß
Stuttgart - Vermutlich hätte Pellegrino Matarazzo dem Stürmer Nicolas Gonzalez seine beiden Treffer für Atlético Madrid gegen Real Sociedad San Sebastian gegönnt, kürzlich, beim 3:2 der Madrilenen gegen den Club aus dem Baskenland. Wenn der frühere Trainer des VfB Stuttgart nicht als gegnerischer Trainer an der Seitenlinie gestanden hätte. So hatte das Wiedersehen der beiden Ex-Stuttgarter für den Coach einen faden Beigeschmack. Aber: Nun hat er die Chance zur Revanche.
An diesem Samstagabend (21 Uhr) stehen sich die beiden Teams im spanischen Pokalfinale um die Copa del Rey gegenüber – wenn Pellegrino Matarazzo die Chance hat, seinen ersten großen Titel im Profibusiness zu gewinnen.
Bislang hat der 48-jährige Italo-Amerikaner ja zwei Meilensteine mit dem VfB Stuttgart als wichtigste Ereignisse in seiner Trainervita stehen. In der Rückrunde der Saison 2019/2020 führte er die Weiß-Roten zurück in die Bundesliga – wurde Zweiter der zweiten Liga in der trüben Coronazeit. Umso emotionaler war es dann zwei Jahre später. Da schaffte Matarazzo mit dem VfB am letzten Spieltag den Klassenverbleib in der Bundesliga. Das 2:1 gegen den 1. FC Köln bleibt unvergessen. Der Jubel-Sprint Matarazzos ebenso.
Ausgelassen jubeln könnte der Schlaks nun wieder – wobei das Endspiel schon einer Mammutaufgabe gleicht. Atlético Madrid ist jedenfalls ziemlich gut in Form, setzte sich jüngst gegen den FC Barcelona durch und zog ins Halbfinale der Champions League ein. Aber: Einen Sieg über das große Barça hat auch Pellegrino Matarazzo schon vorzuweisen.
Mitte Januar gewann Real Sociedad San Sebastian gegen den FC Barcelona mit 2:1 – und bestätigte damit die Trendwende, die Matarazzo in Spanien gelungen war. Ende Dezember hat er im Baskenland übernommen, mittlerweile steht sein Team auf dem siebten Platz von La Liga. Erst drei Niederlagen hat er mit seinem Team kassiert (vier Unentschieden, sieben Siege). Noch besser lief es im Pokal.
Gegen CA Osasuna zog „La Real“ ins Viertelfinale ein, gegen Deportivo Alaves ins Halbfinale, gegen Athletic Bilbao ins Endspiel, das an diesem Samstag im Stadion „Olimpico de la Cartuja“ in Sevilla ausgetragen wird. „Es ist“, sagte Matarazzo nach dem Halbfinale, „ein tolles Gefühl, das Finale erreicht zu haben.“ Vor dem Rückspiel gegen Athletic hatten die Fans den Coach und seine Mannschaft um Topmann Mikel Oyarzabal vor dem Stadion euphorisch empfangen. „Das war unglaublich“, erinnert sich Matarazzo, „ich hatte zuvor noch nie etwas wie das erlebt.“ Umso glücklicher war er nach dem 1:0-Erfolg, dass „wir den Fans das Finale schenken konnten“.
Dort soll es für Pellegrino Matarazzo und seinen Co-Trainer Ömer Toprak (einst Profi beim SC Freiburg und bei Bayer Leverkusen) nun zum ganz großen Wurf gegen das Team von Diego Simeone reichen. Wichtig wäre dafür: Dass der alte Weggefährte Nicolas Gonzalez diesmal nicht trifft.