Einsatzkräfte der französischen Bereitschaftspolizei blockieren eine Zufahrt zur Stadtautobahn Périphérique (Archivbild).
Von Markus Brauer
In Paris und anderen französischen Großstädten formieren sich am heutigen Samstag (31. Oktober) erneut große Demonstrationszüge gegen hohe Lebenshaltungskosten und für eine bessere Bildung. Zu den Kundgebungen aufgerufen haben die Gewerkschaften, Schüler- und Studentenorganisationen sowie die Gelbwesten-Bewegung.
Zu den Demonstrationszügen, die sich zumeist am frühen Nachmittag in Bewegung setzen, erwarten die Behörden, wie schon bei Kundgebungen am vergangenen Samstag, mehrere hunderttausend Teilnehmer.
Wegen befürchteter Ausschreitungen gibt es erneut Beschränkungen für die Kundgebungen. Aufgrund befürchteter Gewalt gegen öffentliche Gebäude und Plünderungen von Geschäften wurden die Demonstrationsrouten in Paris und anderen Städten aus dem Zentrum heraus an den Stadtrand verlegt.
Rechtsstreit um Demonstrationsroute in Paris
Nach einem Rechtsstreit im Eilverfahren muss der von Gewerkschaften angemeldete Demonstrationszug in der französischen Hauptstadt eine andere Route nehmen als geplant. Die Polizeipräfektur von Paris verlegte ihn wegen befürchteter Ausschreitungen aus dem Zentrum an den Rand der Stadt.
Die Organisatoren wehrten sich vor Gericht und hatten zunächst Erfolg: Das Verwaltungsgericht ließ am Freitagabend (30. Oktober) ihre ursprünglich geplante Route zu. Diese Entscheidung hob jedoch der Staatsrat in der Nacht auf.
70.000 Polizisten im Einsatz
Frankreichweit sind rund 70.000 Polizeikräfte im Einsatz, um schwere Ausschreitungen und Plünderungen zu verhindern. Den seit Wochen für eine bessere Ausstattung von Schulen demonstrierenden jungen Leuten in Frankreich haben sich seit Mitte Oktober weitere Gruppen angeschlossen, unter anderem um gegen hohe Lebenshaltungskosten zu demonstrieren.
Nach schweren Ausschreitungen am Rande von Kundgebungen am 17. Oktober konnte die Polizei erneute Gewalt am vergangenen Samstag überwiegend verhindern. (mit dpa)