Haustiere vor Hitze schützen

Hundstage beginnen in diesem Jahr schon im Juni

Am 23. Juli beginnen offiziell die Hundstage begonnen – kalendarisch die heißesten Tage des Jahres in Deutschland. Doch kann es noch heißer werden als jetzt?

Hundstage beginnen in diesem Jahr schon im Juni

Die Hundstage bezeichnen eine Schönwetterperiode, haben aber mit Vierbeinern eigentlich nichts zu tun. Diese Wetterperiode wurde nach dem Hundsstern Sirius am Morgenhimmel benannt, der mit der Sonne auf- und untergeht.

Von Markus Brauer/dpa

Sommerliche Hitzeperioden werden im Volksmund oft auch Hundstage genannt. Am 23. Juli hat diese jahreszeitliche Periode begonnen. Bis zum 23. August sollen uns glühend heiße Tage bevorstehen, die selbst Hunde an ihre Belastungsgrenzen bringen.

Doch bereits seit Tagen ist es in Deutschland und großen Teilen Europas so heiß wie nie zuvor in den meteorologischen Messungen. Legt die Hitzewelle während der kommenden Hundstage noch mal eine Schippe drauf? Und wie kann man die Namensgeber diese Periode, die Hunde, effektiv vor den Folgen der brütenden Temperaturen schützen?

Bauernregeln und Hundstage

In den Bauernregeln – alte Volkssprüche über das Wetter und die Folgen für die Landwirtschaft – heißt es:„Wie das Wetter, wenn der Hundsstern aufgeht, so wird’s bleiben, bis er untergeht.“

Wenn diese Wetterweisheit zutreffen sollte, stehen uns zu Beginn der Sommerferien in Baden-Württemberg zwei unerträglich heiße Wochen ins Haus. Meteorologisch gesehen zeigen in diesem Zeitraum historische Wetterstatistiken kein stabiles Hochdruckgebiet, sondern weisen für die Hundstage in Mitteleuropa unbeständige Südwestwetterlagen aus.

Was sind die Hundstage?

Die Hundstage bezeichnen eine Schönwetterperiode, haben aber mit Vierbeinern eigentlich nichts zu tun. Diese Wetterperiode wurde nach dem Hundsstern Sirius am Morgenhimmel benannt, der mit der Sonne auf- und untergeht.

Zu dieser Zeit liegt häufig Hochdruckgebiet über der Mitte Europas, das die heißesten Tage des Jahres beschert. Dass der hellste Stern im Sternbild Großer Hund im Morgengrauen aufgeht, brachten die alten Römer mit der unerträglichen sommerlichen Hitze in Verbindung.

Wie kamen die antiken Römer auf „dies caniculares“?

Die Zeitangabe für „dies caniculares“ (auf deutsch Hundstage) entstand im entstand in dr Antike. Am Anfang der römischen Königszeit Mitte im siebten Jahrhundert v. Chr. – also lange vor der Republik und dem Kaiserreich – erfolgte der sichtbare Aufgang von Sirius am Morgenhimmel in Rom am 26. Juli. Zu Zeiten von Julius Cäsar im Jahr 46 v. Chr. war es am 1. August.

Wie man Hunde bei Hitze optimal schützt

Nicht nur Zweibeiner, auch Hunde leiden unter der sommerlichen Hitze. Haustiere müssen deshalb unbedingt vor der prallen Sonne geschützt werden und immer genug Flüssigkeit haben. Haustierbesitzer sollten folgende Tipps beachten:

Viel Flüssigkeit

Im Gegensatz zum Menschen können sich Hund, Katze, Hamster & Co. nicht durch Schwitzen abkühlen, sondern vor allem durch Hecheln und Trinken.

Ausreichend Flüssigkeit ist deshalb überlebenswichtig, um die Tiere vor Austrocknung und einem lebensbedrohlichen Anstieg der Körpertemperatur zu schützen.

Sonnenschutz

Hunde sollten sich immer an ein schattiges Plätzchen zurückziehen können. Dabei ist der sich verändernde Sonnenstand im Tagesverlauf zu beachten.

Hilfreich sind auch schattige Häuschen, kühle Steinplatten oder feuchte Handtücher über dem Gehege.

Hunde sollten übrigens nicht zu kurz geschoren werden, weil sie an unbehaarten Stellen Sonnenbrand bekommen können.

Hitzschlagsymptome

Glasiger Blick, tiefrote Zunge und Hecheln mit gestrecktem Hals sind bei einem Hund Anzeichen, dass ihm die Hitze sehr zusetzt. Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen und Bewusstlosigkeit deuten auf einen Hitzschlag hin.

Durchzug vermeiden

Hunde brauchen bei Hitze frische Luft, allerdings sollten sie nicht im Durchzug stehen. Denn was den Menschen die heißen Temperaturen erträglicher macht, kann bei Vierbeinern folgenschwere Erkrankungen nach sich ziehen.

Spaziergänge verschieben

Bei großer Hitze sollte das Gassigehen in die kühleren Morgen- und Abendstunden sowie möglichst in schattige Parks oder Waldgebiete verlegt werden. Gleiches gilt für Ausritte mit dem Pferd.

Nicht im Auto zurücklassen

Hunde sollten NIE im Auto zurückgelassen werden, während Herrchen oder Frauchen einkaufen oder Eis essen gehen. Denn die hohen Temperaturen verwandeln den Innenraum schon nach kurzer Zeit in einen Backofen.

Die Folgen für das Tier sind Sauerstoffmangel, Übelkeit und Kreislaufprobleme bis hin zum Kreislaufversagen. Im schlimmsten Fall droht ein qualvoller Tod.

Bei moderaten 26 Grad draußen steigt die Temperatur im Wagen bereits nach 30 Minuten auf 44 Grad. Bei 36 Grad sind nach einer halben Stunde 52 Grad im Auto erreicht. Die meisten Hunde halten Temperaturen ab 40 Grad höchstens 15 Minuten lang aus.