Sternschnuppen am Nachthimmel

Im April sind die Lyriden trotz hellen Mondes zu sehen

Jedes Jahr zieht die Erde auf ihrer Umlaufbahn durch Kometentrümmer. Derzeit sind die Lyriden zu beobachten, solange nur das Wetter mitspielt.

Im April sind die Lyriden trotz hellen Mondes zu sehen

Verschiedene Flugobjekte sind rund um die Milchstraße während des Lyriden-Meteorschauers am Nachthimmel über Fehmarn zu sehen (Archivbild).

Von Markus Brauer

Sternschnuppenjäger haben im April noch die Chance, verglühende Kometentrümmer am Nachthimmel zu sehen. Der Meteoren-Schwarm der Lyriden zeigt sich, so denn das Wetter mitspielt.

Willkommen Lyriden!

Orientierung am Großen Wagen

Nach Einbruch der Nacht sieht man den Großen Wagen hoch über unseren Köpfen, fast im Scheitelpunkt oder Zenit des Himmelsgewölbes. Vom Großen Wagen ausgehend findet man schnell den Polarstern.

Man verlängert die Strecke zwischen den beiden hinteren Kastensternen etwa fünf Mal in der Biegerichtung der Deichsel. Dann trifft man auf den Polarstern, auch als Nordstern bekannt. Er steht ganz in der Nähe des Himmelsnordpols, um den sich das Himmelsgewölbe mit allen Gestirnen täglich dreht.

Zwischen 3 und 4 Uhr ist die beste Zeit

Die beste Chance auf Sternschnuppen gibt es morgens zwischen 3 und 4 Uhr. Dann steht die Sonne noch weit unter dem Horizont und der Mond so tief, dass das Licht weniger stört. Wer die verglühenden Himmelskörper sehen will, muss hoch in den Südhimmel schauen.

Lyriden, die antike Leier und das alte China

Die Lyriden sind abgesplitterte Bruchstücke des Kometen Thatcher (C/1861G), durch die die Erde auf ihrer Umlaufbahn zieht. Sie sind schon seit einigen Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung bekannt. Der Name leitet sich vom Sternbild Leier ab (lateinisch: lyra)‚ dem antiken Zupfinstrument Lyra.

Die erste aufgezeichnete Beobachtung der Lyriden stammt aus dem Jahr 687 v. Chr. aus dem „Zuozhuandas“ ,dem frühesten chinesische Geschichtswerk, das die Zeit von 722 bis 468 v. Chr. umfasst.

Bekannte Meteorströme im Jahresverlauf

Meteoriten

Bei Meteoriten handelt es sich um nicht vollständig verglühte kosmische Brocken, die auf der Erde einschlagen. Diese Trümmer aus dem Weltall können von Kometen, Asteroiden oder anderen Planeten abgesprengt worden sein. Die meisten Meteoriten stürzen ins Meer oder auf unbewohntes Gebiet.

Meteore

Die Leuchterscheinung am Himmel wird dagegen Meteor oder Sternschnuppe genannt. Sie wird außer von Meteoriten auch von vollständig verglühenden Partikeln aus dem All verursacht.

Sternschnuppen können gut am klaren Nachthimmel beobachtet werden, sehr selten sind sie aber auch tagsüber zu sehen. Sie treten nicht nur sporadisch auf, sondern auch in Schwärmen wie die Lyriden oder die Perseiden. Auch besonders helle Objekte – sogenannte Boliden oder Feuerkugeln – sind keine Seltenheit.

Sternschnuppen

Der Ursprung der Sternschnuppen sind ebenfalls Trümmer aus dem Weltall. Sternschnuppen entstehen, wenn kleine Objekte in die Erdatmosphäre eindringen und dort verglühen.

Die weit sichtbaren Leuchtstreifen stammen dabei jedoch nicht von den verglühenden Staubkörnchen, sondern von den Luftmolekülen. Denn die schnellen kosmischen Geschosse übertragen einen Teil ihrer Energie auf die Luftmoleküle, die daraufhin Licht aussenden.

Sternschnuppen-Schauer

Ursprung der Bruchstücke von Sternschnuppen sind oft Kometen, die diese Teilchen entlang ihrer Bahn um die Sonne verstreuen. Die überwiegende Zahl der kosmischen Partikel ist recht klein, von Staubkörnchen- bis etwa Tennisballgröße. Gerät die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne in eine solche Trümmerwolke, entwickeln sich Sternschnuppen-Schauer.

Den einzelnen Lichtstreif nennen Astronomen auch Meteor. Zu den wohl auffallendsten Meteorströmen der Gegenwart gehören neben den Perseiden im August auch die Leoniden im November und die Lyriden im April.