Eine Fettleber bleibt oft lange unbemerkt. Viele Betroffene haben keine Beschwerden, andere fühlen sich müde oder spüren ein Druckgefühl im rechten Oberbauch.
Von Markus Brauer
Die Zahl der Menschen, die wegen einer Fettleber behandelt werden, wächst in Deutschland vor allem bei jüngeren Menschen. Unter den unter 40-Jährigen stieg der Anteil der Betroffenen zwischen 2016 und 2025 um 59,5 Prozent. Das geht aus einer Sonderauswertung hervor, die das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) für den „Spiegel“ erstellt hat. Grundlage sind die bundesweiten ambulanten Abrechnungsdaten der gesetzlich Versicherten.
Die Daten erfassen Arztkontakte. Ein Teil des Anstiegs gehe darauf zurück, dass Ärzte die Leber von Übergewichtigen und Diabetikern heute häufiger untersuchten als früher, sagt der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried. Wer gar nicht zum Arzt geht, taucht in den Zahlen nicht auf.
Fettleber bleibt oft lange unentdeckt
Bei einer Fettleber lagert sich überschüssiges Fett in den Leberzellen ab. Auslöser kann unter anderem hoher Alkoholkonsum sein. Häufig hängt die Erkrankung jedoch mit Übergewicht, Bewegungsmangel und Stoffwechselstörungen wie Typ-2-Diabetes zusammen. Auch schlanke Menschen können betroffen sein.
Das Tückische dabei: Eine Fettleber bleibt oft lange unbemerkt. Viele Betroffene haben keine Beschwerden, andere fühlen sich müde oder spüren ein Druckgefühl im rechten Oberbauch. Entzündet sich die verfettete Leber, kann das Gewebe vernarben - bis hin zu einer Leberzirrhose, bei der das Organ dauerhaft geschädigt ist.
Prävention und Kontrolle helfen
Früh erkannt, lässt sich die Verfettung aber häufig zurückbilden. Die Behandlung setzt vor allem an den Ursachen an: Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten sowie der Verzicht auf Alkohol können helfen.
Bei Übergewicht kann bereits eine dauerhafte Gewichtsabnahme von mindestens fünf Prozent das Leberfett verringern. Ist die Leber schon entzündet, sind meist größere Gewichtsverluste nötig. Wichtig ist zudem, Begleiterkrankungen wie Diabetes zu behandeln und ärztlich prüfen zu lassen, ob die Leber bereits geschädigt ist. (mit AFP)