Längere Schlangen an den Umbuchungsschaltern und zahlreiche gestrichene Flüge: Der ganztägige Streik der Crews bei Lufthansa zeigt Wirkung.
Auch in München fallen Hunderte Flüge aus.
Von red/dpa
Die Crewstreiks bei der Lufthansa sind nach Einschätzung der aufrufenden Gewerkschaft erfolgreich angelaufen. „Der Streik läuft, wie wir es erwartet haben“, sagte Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger am Frankfurter Flughafen.
Am größten deutschen Drehkreuz waren heute hunderte Starts und Landungen der Lufthansa gestrichen. Einzelne Flüge gingen an Ziele in Europa und Übersee. An den Umbuchungsschaltern der Lufthansa bildeten sich längere Schlangen.
Bei den bestreikten Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa Cityline wurden rund 800 Flüge abgesagt, wie das Unternehmen am Mittag berichtete. Bei den nicht bestreikten Flugbetrieben Eurowings, Discover und Lufthansa City Airlines hätten hingegen rund 400 Flüge stattgefunden. Man hoffe, ab Freitag weitestgehend wieder den normalen Flugplan anbieten zu können.
Nach Angaben des Flughafenbetreibers wurden allein in Frankfurt 450 von 1.117 geplanten Flügen abgesagt. Die Zahlen beziehen sich auf sämtliche Airlines, die große Masse der Ausfälle ist aber der Lufthansa zuzurechnen. In München wurden von 920 geplanten Flügen 275 gestrichen. Auch an anderen Flughäfen kam es zu Ausfällen.
Weitere Streiks nicht ausgeschlossen
In Frankfurt war es insbesondere im Terminalbereich A deutlich leerer als sonst. Dieser Abschnitt wird ausschließlich von Lufthansa genutzt. Weil alle übrigen Airlines aber nicht bestreikt werden, herrschte in den anderen Abschnitten reger Publikumsverkehr.
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit geht nach ersten Rückmeldungen von einer hohen Arbeitskampfbereitschaft ihrer Mitglieder aus. „Wir sehen in Frankfurt eine sehr gute Beteiligung“, sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro am Flughafen. Er sagte weiterhin: „Was wir brauchen, ist ein neues Angebot. Die Lufthansa hat sich nicht gemeldet.“
Der Gewerkschafter schloss weitere Streiks für höhere Betriebsrenten nicht aus. „Als Gewerkschaft haben wir nicht viele Mittel außer dem Arbeitskampf. Wenn es kein Angebot gibt, dreht sich die Eskalationsspirale immer weiter.“