Ein Straßenschild weist auf das Camp Wainwright hin. Bei einem Brand auf dem Militärstützpunkt Wainwright in Kanada sind nach Angaben von Premierminister Mark Carney vier Menschen gestorben. Dutzende hätten schwere Verletzungen erlitten, sagte Carney.
Von Markus Brauer
Nach einem der verheerendsten Brände in der Geschichte der kanadischen Streitkräfte mit vier Toten auf dem Gelände eines Stützpunkts im Westen des Landes ist die Ursache weiter unklar. Premierminister Mark Carney machte am Sonntag (18. Oktober) keine Angabe zum möglichen Auslöser.
Generalmajor Wade Rutland sagte, er rechne mit wochenlangen Ermittlungen. Laut Behörden befanden sich zuletzt 19 von 39 Verletzten in einem „kritischen Zustand“.
„Eine der schlimmsten Tragödien“ der Streitkräfte
Premierminister Carney bezeichnete den Brand auf dem Stützpunkt Wainwright in der westlichen Provinz Alberta als „eine der schlimmsten Tragödien“ der kanadischen Streitkräfte auf Landesboden in Friedenszeiten. Vier Armeeangehörige seien gestorben. „Dutzende weitere“ seien schwer verletzt worden. Am Samstag (17. Oktober) hatte Carney erklärt, dass ein „schwerwiegender Vorfall einen Großbrand“ ausgelöst habe.
Die Regierungschefin des Bundesstaats Alberta, Danielle Smith, sagte, 19 der Verletzten seien in einem „kritischen Zustand“. Acht der Verletzten befanden sich nach Behördenangaben in einem „stabilen“ Zustand; zwölf von ihnen wurden wegen leichterer Verletzungen medizinisch behandelt.
Soldaten bei Übung von Flammen überrascht
Nach Angaben des kanadischen Verteidigungsministeriums war das Feuer am Samstag gegen 16 Uhr Ortszeit im Übungsgebiet des Stützpunkts ausgebrochen. Generalmajour Wade Rutland erklärte vor Journalisten, dass Soldaten während einer Übung im Freien von den Flammen überrascht worden seien. Es habe sich auf dem Gelände des Stützpunktes über Brandschutzstreifen hinweg ausgebreitet. Schließlich sei es in Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften vor Ort eingedämmt worden.
Rutland betonte, es werde aus seiner Sicht „mindestens einen Monat“ dauern, bis Ermittler die Brandursache bestimmen könnten. Mit Blick auf Spekulationen, dass eine Pipeline getroffen worden sein könnte. Er, er gehe nicht von einem Zusammenhang mit „Öl- und Gasinfrastruktur oder einer Einwirkung von außen“ aus. Erste Untersuchungen hätten keine Hinweise darauf ergeben. Dies würde aber nochmals überprft, fügte er hinzu.
„Schlimmste vorstellbare Bedingungen“
Der Gemeindebezirk Wainwright hatte über Onlinenetzwerke berichtet, dass sich das Feuer aufgrund von starken Winden schnell über das Areal der Militärbasis hinaus ausgebreitet habe. Militärische und zivile Einsatzkräfte hätten „unter einigen der schlimmsten vorstellbaren Bedingungen“ das Feuer bekämpft und dabei ihr Leben aufs Spiel gesetzt, berichtete Carney.
Der Stützpunkt Wainwright ist einer der größten der kanadischen Streitkräfte. Dort finden regelmäßig Übungen mit Armeeangehörigen aus Nato-Staaten statt.
Wegen des Brands wurde laut Behörden die Station in Wainwright zur vorzeitigen Stimmabgabe in der Abstimmung in Alberta über ein Unabhängigkeitsreferendum geschlossen. Die Wähler der Provinz waren am Montag (19. Oktober9 dazu aufgerufen, zu entscheiden, ob ein Referendum über die Unabhängigkeit abgehalten werden solle.
Die nicht bindende Volksabstimmung war von Smith initiiert worden. Carney hatte die Befürworter der Einheit Kanadas aufgerufen, unbedingt an der Abstimmung teilzunehmen. (mit AFP)