Führt der Krieg im Nahen Osten zu mehr Geflüchteten aus dem Iran in Europa? Bisher machen Iraner nur einen kleinen Teil der Asylsuchenden aus. Deutschland ist dabei besonders im Fokus.
Die SPD warnt angesichts der Eskalation im Nahen Osten vor einer neuen Flüchtlingswelle nach Deutschland und Europa.
Von Markus Brauer/KNA/dpa
2025 haben die Länder der EU sowie Norwegen und die Schweiz 7879 Asylanträge von Menschen aus dem Iran verzeichnet. 2024 waren es 11.305 Anträge, wie die EU-Agentur für Asyl in Valletta mitteilte. Im Vergleich zu anderen Herkunftsländern machten 2025 iranische Asylgesuche weniger als ein Prozent aller europäischen EU-Asylanträge aus.
Meisten iranischen Asylanträge in Deutschland
Mit Abstand die meisten iranischen Asylanträge wurden in Deutschland gestellt, gefolgt von Griechenland und Schweden. Anerkannt wurde in den vergangenen beiden Jahren etwa jeder dritte iranische Asylantrag.
In dem jährlichen Asylbericht schreibt die EU-Agentur, dass von der weiteren Destabilisierung des Iran ein erhebliches Risiko für größere Flüchtlingsbewegungen ausgehe.
Neben der iranischen Bevölkerung leben im Iran auch Geflüchtete vor allem aus den Nachbarländern. Laut Bericht ist der Iran das zweitgrößte Flüchtlingsaufnahmeland der Welt.
SPD warnt vor Millionen neuer Flüchtlinge
Die SPD warnt angesichts der Eskalation im Nahen Osten vor einer neuen Flüchtlingswelle nach Deutschland und Europa. „Jeder Nahost-Krieg in der Geschichte hat große Fluchtbewegungen mit sich gebracht, Irak, Syrien, Libyen“, erklärt der außenpolitische Sprecher der SPD, Adis Ahmetovic.
„Wir versuchen gerade, Migration nach Europa neu zu ordnen. Das wird jetzt schwerer.“ Es könne „Millionen von Menschen“ geben, die nach Europa fliehen, so Ahmetovic weiter. „Sind wir bereit für einen neuen ‚Wir schaffen das’-Moment? Ich glaube nicht“, fügt er hinzu.
Ein Vielvölkerstaat mit 90 Millionen Menschen habe jetzt das Potential für einen Bürgerkrieg, die Region könnte in einen Flächenbrand geraten, warnt Ahmetovic. Das hätte direkte Folgen für Deutschland und Europa.