Ramadan

Islamischer Fastenmonat beginnt an diesem Donnerstag

Das Fasten im neunten Monat des islamischen Kalenders ist für Muslime Pflicht. Laut Studie halten sich auch in Deutschland die meisten an den Verzicht bis Sonnenuntergang.

Islamischer Fastenmonat beginnt an diesem Donnerstag

Am heutigen Donnerstag beginnt der islamische Fastenmonat Ramadan (Symbolfoto).

Von red/KNA

Am heutigen Donnerstag beginnt der islamische Fastenmonat Ramadan. 30 Tage lang sollen Muslime und Musliminnen dann von der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken, aber auch auf Rauchen und Geschlechtsverkehr verzichten. Die Enthaltsamkeit soll die Gläubigen daran erinnern, dass die spirituellen und ethischen Lehren des Islams einen höheren Stellenwert haben als die eigenen Bedürfnisse: das Gebet und die Hingabe an Gott, die Solidarität mit Armen und Schwachen und das Wirken für die Mitmenschen. So gilt der Ramadan auch als Monat der guten Taten, der Versöhnung und der Familie. Laut einer Studie beachten rund drei Viertel der Musliminnen und Muslime in Deutschland die Ramadan-Gebote ganz oder teilweise.

Das Fasten, arabisch "saum", geht auf den Koran zurück und ist eine der fünf "Säulen des Islam", neben dem Glaubensbekenntnis, den täglichen rituellen Gebeten, dem Almosengeben und der Wallfahrt nach Mekka. Der Fastenmonat erinnert daran, dass nach islamischem Glauben die Offenbarung des Korans durch den Erzengel Gabriel an den Propheten Mohammed im Ramadan begann.

Ausnahmen für Kranke und Schwangere

Nicht alle der weltweit rund zwei Milliarden Muslime müssen fasten. Ausgenommen von der Fastenpflicht sind Kinder bis zur Religionsmündigkeit, also etwa 14 Jahre, ebenso Alte, Kranke, Schwangere, stillende Mütter und Reisende.

Mit dem "Iftar", dem gemeinsamen Abendessen nach Sonnenuntergang im Kreis der Familie, wird das Fasten täglich beendet. Oft folgen spezielle Gebete ("Tarawih") in den Moscheen oder die Lesung aus dem Koran, der dafür eigens in 30 Abschnitte unterteilt ist. Der Ramadan endet am 19. März mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens, arabisch 'Id al-Fitr.

Ramadan wandert durch das Jahr

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondjahres, das rund 11 Tage kürzer ist als das Sonnenjahr. Deshalb wandert der Fastenmonat rückwärts durch die Jahreszeiten. In diesem Jahr beginnt er deshalb fast zeitgleich mit der christlichen Fastenzeit vor Ostern, die am gestrigen Aschermittwoch startete.

In islamischen Ländern verläuft der Alltag während des Ramadans langsamer. In Deutschland gab es in den vergangenen Jahren öfter Diskussionen, wie sich das strenge Fasten mit dem Schul- und Arbeitsleben der Mehrheitsgesellschaft besser vereinbaren lässt. Für Debatten sorgte auch die Festbeleuchtung mancher Straßen in deutschen Großstädten wie Köln und Frankfurt.