Der Abt Nikodemus Schnabel beklagt zunehmende Gewalt gegen Christen in Israel. Der Angriff auf eine Ordensfrau in Jerusalem sei kein Einzelfall gewesen.
Der in Jerusalem lebende katholische Geistliche Nikodemus Schnabel hat zunehmende Gewalt gegen Christen in Israel beklagt (Archivfoto).
Von red/epd
Der in Jerusalem lebende katholische Geistliche Nikodemus Schnabel hat zunehmende Gewalt gegen Christen in Israel beklagt. Der Angriff auf eine Ordensfrau Ende April in Jerusalem sei kein Einzelfall, sagte Schnabel im „Bayerischen Rundfunk“. In den vergangenen Jahren sei „etwas gekippt“, sagte der Abt der deutschsprachigen Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg in Jerusalem.
Wenn man als Christ erkennbar in Jerusalem auf die Straße gehe, sei nicht die Frage, ob man angepöbelt werde, sondern wie häufig, sagte Schnabel. Ein großes Problem seien die Extremisten in der israelischen Regierung, wie etwa der für die Polizei zuständige Minister Itamar Ben-Gvir, „ein abgrundtiefer Christenhasser“, sagte Schnabel.
„Enttabuisierung der Gewalt“
Der Geistliche wünschte sich mehr Schutz für Minderheiten. Es gebe in Israel eine „Enttabuisierung der Gewalt und einen Unwillen, sich dem Thema zu stellen“, sagte der Benediktinerabt.
Hoffnung mache ihm, dass es in Jerusalem Menschen gebe, „die Freude am Glauben der anderen haben, an diesem multi-kulturellen, multi-religiösen Mosaik-Charakter von Jerusalem.“