Brenner-Blockade

Jetzt warnt auch die Schweiz vor dem Samstag

Nun schlagen auch Schweizer Verkehrsexperten Alarm, da am 30. Mai ein massiver Ausweichverkehr über die Gotthard- und San-Bernardino-Route droht.

Jetzt warnt auch die Schweiz vor dem Samstag

Stau am Gotthard bei Göschenen.

Von Michael U. Maier

Wer am kommenden Wochenende den Weg über die Alpen sucht, braucht extrem starke Nerven. Der Grund dafür ist eine bewilligte Großdemonstration im Tiroler Wipptal, welche die Brennerautobahn A13 am Samstag, den 30. Mai, von 11:00 bis 19:00 Uhr in beiden Richtungen komplett lahmlegt. Weitere Proteste sollen demnächst am Fernpass folgen.

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Da in dieser Zeit auch die Brenner-Bundesstraße B182 und wichtige Nebenstrecken für den Transitverkehr gesperrt werden, gibt es lokal schlicht kein Durchkommen. Für den Schwerverkehr über 7,5 Tonnen beginnt die Sperre in Richtung Süden sogar schon morgens ab 07:00 Uhr. Während sich der deutsche ADAC und die österreichischen Behörden bereits mitten in der Hauptreisezeit der Pfingstferien wähnen, schrillt der Alarm nun auch in der Schweiz unüberhörbar.

Brenner-Warnungen von TCS und ViaSuisse

Die Sorge vor dem großen Ausweichverkehr wächst: Verkehrsexperten von ViaSuisse und dem Touring Club Schweiz (TCS) warnen eindringlich vor den direkten Konsequenzen für die Schweizer Nord-Süd-Achsen. Es empfiehlt sich auf jeden Fall ein Blick auf die TCS-Webcams.

Wenn zehntausende Fahrzeuge den Brenner nicht passieren können, drängt sich das Schweizer Straßennetz neben der österreichischen Tauernautobahn als logische, großräumige Umfahrung Richtung Italien auf.

Brenner-Alternativen Gotthard (A2) und San Bernardino (A13)

Besonders betroffen ist die Gotthard-Route auf der A2. Hier drohen ohnehin schon durch den Ferienverkehr extrem lange Wartezeiten, die durch die Brenner-Ausweicher nun noch einmal drastisch verschärft werden dürften. Auch die San-Bernardino-Achse auf der A13 wird als klassische Ausweichroute unter der zusätzlichen Blechlawine ächzen. Da moderne Navigationssysteme bei Stau automatisch Alternativen suchen, befürchten Experten, dass die Überlastung bis weit in das untergeordnete, regionale Straßennetz und punktuell sogar bis ins Schweizer Mittelland ausstrahlen wird.

Fakten zur Brenner Sperrung am Samstag, 30. Mai

Hinter dem Protest steht Karl Mühlsteiger, der Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner, unterstützt von lokalen Akteuren im Wipptal. Die rund 15.000 Anwohner der Talschaft wehren sich gegen die unaufhaltsame Verkehrsflut und die damit einhergehende Belastung durch Lärm, Stau und Feinstaub. Zuletzt rollten laut der Betreibergesellschaft Asfinag rund 11 Millionen Pkw und 2,5 Millionen Lkw jährlich über den wichtigsten Alpenübergang.

Demonstrationsrecht hat Vorrang

Ermöglicht wird die radikale Aktion durch ein wegweisendes Tiroler Gerichtsurteil. Die Richter entschieden im Sinne der Versammlungsfreiheit, dass das Recht auf Protest auch dann gilt, wenn dadurch massive, spürbare Auswirkungen auf den internationalen Verkehr entstehen.

Wer nicht zwingend reisen muss, sollte das Auto an diesem Wochenende am besten stehen lassen oder auf unbedingte zeitliche Flexibilität setzen. Um ein völliges Chaos in den Dörfern zu verhindern, haben die Tiroler Behörden bereits strenge Kontrollen und Durchfahrtssperren angekündigt.

Im Extremfall wird der Verkehr an den Grenzen dosiert. Verkehrsdienste erwarten jedenfalls, dass die Auswirkungen der Blockade noch Tage vor und nach dem eigentlichen Samstag spürbar bleiben.