Hit-Song „Golden“

K-Pop gewinnt erstmals einen Grammy

K-Pop hat bei den 68. Grammy Awards einen historischen Moment erlebt: Zum ersten Mal ging ein Grammy an zentrale Figuren aus der K-Pop-Welt. Der ganz große Durchbruch in den wichtigsten Kategorien blieb jedoch weiter aus.

K-Pop gewinnt erstmals einen Grammy

Jeong Hoon Seo, Mark Sonnenblick, EJAE, Yu Han Lee, Park Hong Jun and Hee Dong Nam (v.l.n.r.) nehmen den Grammy für "Golden" entgegen.

Von Katrin Jokic

Der Song „Golden“ aus dem Netflix-Animationsfilm „KPop Demon Hunters“ gewann bei der Premiere Ceremony (also der Preisverleihung vor der großen TV-Gala) den Award für „Best Song Written for Visual Media“. Ausgezeichnet wurden die Songwriter EJAE, Teddy Park, 24 und IDO – damit sind sie die ersten K-Pop-Komponisten und -Produzenten, die offiziell einen Grammy erhalten.

Keine Siege in den wichtigsten Grammy-Kategorien

Trotz dieses Erfolgs reichte es für K-Pop in den prestigeträchtigen Hauptkategorien erneut nicht zum Sieg. Dort waren „Golden“ und „APT.“, eine Zusammenarbeit von BLACKPINK-Star Rosé und US-Popmusiker Bruno Mars, für „Song of the Year“ nominiert. Zusätzlich war „APT.“ auch für „Record of the Year“ im Rennen. Beide Titel gingen hier am Ende leer aus.

Den Grammy für „Song of the Year“ erhielt Billie Eilish für „Wildflower“, „Record of the Year“ ging an Kendrick Lamar und SZA für „Luther“.

Der Preis für „Album of the Year“ wurde an Bad Bunny vergeben. Sein Album „Debi Tirar Mas Fotos“ schrieb dabei ebenfalls Geschichte: Es ist das erste spanischsprachige Album, das diese Auszeichnung gewann.

Mehrere Nominierungen zeigen wachsende Präsenz

„Golden“ war in mehreren Kategorien vertreten, darunter auch „Best Pop Duo/Group Performance“. Außerdem wurden ein Remix von David Guetta sowie der komplette Soundtrack von „KPop Demon Hunters“ in weiteren Bereichen berücksichtigt – zusätzliche Auszeichnungen gab es dafür aber nicht.

Besonders sichtbar war auch Rosés „APT.“: Der Titel kam auf drei Nominierungen (Song of the Year, Record of the Year und Best Pop Duo/Group Performance) und zählte damit zu den prominentesten K-Pop-bezogenen Beiträgen in den wichtigsten Feldern. Aufmerksamkeit bekam der Song zudem durch einen Auftritt im Rahmen der Eröffnung der Hauptshow, was K-Pop bei den Grammys vergleichsweise selten gelingt.

Ein kleines Trostpflaster für „APT.“: Cirkut, der Produzent des Songs, sowie Amy Allen, die als Songwriterin beteiligt war, wurden ebenfalls mit Grammys ausgezeichnet.

KATSEYE im Rennen um „Best New Artist“

Für Gesprächsstoff sorgte außerdem die US-basierte Girlgroup KATSEYE, die zum Umfeld von HYBE Labels gehört. Sie war in der Kategorie „Best New Artist“ nominiert – ein wichtiger Platz, weil diese Kategorie zu den prestigeträchtigsten der gesamten Grammys zählt. Gewonnen hat am Ende jedoch die britische Newcomerin Olivia Dean.

KATSEYE war zudem mit dem Song „Gabriela“ für „Best Pop Duo/Group Performance“ nominiert und trat bei der Veranstaltung mit einer Performance ihres Songs „Gnarly“ auf.

Grammy für K-Pop-Songwriter ist ein Signal

Trotz des historischen Grammy-Gewinns bleibt der ganz große Durchbruch in den wichtigsten Kategorien für K-Pop vorerst aus. „Golden“ und „APT.“ waren zwar in den prestigeträchtigen Hauptfeldern nominiert, konnten sich dort aber nicht durchsetzen. Damit zeigt sich: K-Pop ist bei den Grammys inzwischen deutlich sichtbarer als früher – doch die größten Auszeichnungen bleiben weiterhin schwer zu erreichen.

Gleichzeitig ist der Erfolg ein starkes Signal für die wachsende internationale Anerkennung des Genres. Dass ein K-Pop-naher Song erstmals einen Grammy gewinnt, unterstreicht, wie sehr sich die globale Popkultur verändert hat – und dass K-Pop dabei längst nicht mehr nur über Fan-Communities, sondern auch institutionell im Musikbetrieb angekommen ist.