Midterms rücken näher

Kann Trump nochmal Präsident werden?

Könnte Trump 2028 erneut zur Wahl antreten und sich eine dritte Amtszeit sichern? So ist die Rechtslage in den USA.

Kann Trump nochmal Präsident werden?

US-Präsident Trump: US-Präsident Donald Trump geht auf der Joint Base Andrews in Maryland zur Air Force One.

Von Lukas Böhl

Die Antwort der US-Verfassung ist eindeutig: Niemand darf mehr als zweimal zum Präsidenten gewählt werden. So steht es im 22. Zusatzartikel, der 1951 verabschiedet wurde. Trump gewann die Präsidentschaftswahlen 2016 und 2024. Damit hat er die verfassungsmäßige Grenze erreicht. Seine zweite Amtszeit endet regulär am 20. Januar 2029.

Trump spricht über eine dritte Amtszeit

Dennoch hat Trump selbst wiederholt Spekulationen über eine weitere Amtszeit befeuert. Im März 2025 erklärte er gegenüber NBC News, es gebe Möglichkeiten, erneut Präsident zu werden. Dabei brachte er auch ein ungewöhnliches Szenario ins Gespräch: Sein Vizepräsident JD Vance könnte 2028 für das Präsidentenamt kandidieren, Trump als Vizepräsident mitnehmen und nach einem Wahlsieg zurücktreten.

Doch dieser vermeintliche Ausweg ist juristisch höchst umstritten. Der 12. Verfassungszusatz legt fest, dass niemand Vizepräsident werden darf, der verfassungsrechtlich nicht für das Präsidentenamt infrage kommt. Ob die Formulierung tatsächlich jeden denkbaren Umweg ausschließt, ist unter Juristen umstritten. Eine solche Konstruktion würde jedenfalls erhebliche verfassungsrechtliche Fragen aufwerfen.

Könnte die Verfassung geändert werden?

Theoretisch wäre auch eine Änderung der Verfassung möglich. Dafür wären in der Regel Zweidrittelmehrheiten in beiden Kammern des Kongresses und die Zustimmung von drei Vierteln der Bundesstaaten erforderlich. Angesichts der politischen Mehrheitsverhältnisse und der tiefen Spaltung des Landes wäre das eine enorme Hürde.

Welche Rolle spielen die Midterms?

Bei den Zwischenwahlen am 3. November werden sämtliche 435 Sitze im Repräsentantenhaus und rund ein Drittel des Senats neu vergeben. Verlieren die Republikaner ihre Mehrheit in einer oder beiden Kammern, könnte das Trumps politische Agenda erheblich erschweren. Die Demokraten könnten zudem ihre parlamentarischen Kontrollmöglichkeiten ausbauen.

An der Begrenzung seiner Amtszeiten ändern die Midterms allerdings nichts. Selbst ein deutlicher Erfolg der Republikaner würde Trump keine dritte Kandidatur ermöglichen.

Fazit: Nach geltendem Verfassungsrecht darf Donald Trump 2028 nicht erneut zum Präsidenten gewählt werden. Die diskutierten Umwege sind rechtlich umstritten, eine Verfassungsänderung wäre politisch schwer durchzusetzen. Die Midterms entscheiden damit nicht darüber, ob Trump Präsident bleiben darf – wohl aber darüber, wie viel Macht er bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit ausüben kann.