30 Sekunden Hände desinfizieren reichen schon aus, um Infektionen im Krankenhaus effektiv zu vermeiden. Foto: Rems-Murr-Kliniken/Michael Fuchs
Winnenden/Schorndorf. Die Rems-Murr-Kliniken sind erneut mit dem Gold-Zertifikat der bundesweiten Kampagne „Aktion Saubere Hände“ ausgezeichnet worden. Damit erhalten die Kliniken bereits das zweite Jahr in Folge die höchste Auszeichnung der Initiative. Sie würdigt Einrichtungen, die besonders konsequent auf Hygienemaßnahmen setzen und damit zur Sicherheit von Patienten beitragen.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation werden rund 80 Prozent aller Infektionskrankheiten über die Hände übertragen. Gleichzeitig könnten fast 30 Prozent aller Krankenhausinfektionen, darunter auch Infektionen mit multiresistenten Keimen, durch sorgfältige Hygienemaßnahmen vermieden werden. Im Klinikalltag kommt der Händedesinfektion deshalb eine zentrale Bedeutung zu, um die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern und Patienten wirksam zu schützen.
Um das Gold-Zertifikat zu erhalten, müssen Krankenhäuser strenge Kriterien erfüllen. Dazu gehört unter anderem, dass die Händehygiene fest im Arbeitsalltag verankert ist. Sie ist beispielsweise Bestandteil der Einarbeitung neuer Mitarbeitender, Thema in Schulungen für Nachwuchskräfte und Teil des jährlichen Fortbildungsprogramms für das medizinische Personal. Zudem müssen Desinfektionsmittel in den Kliniken flächendeckend verfügbar sein. Gleichzeitig wird der tatsächliche Verbrauch der Mittel regelmäßig erfasst und ausgewertet, um die konsequente Nutzung sicherzustellen.
Ein weiterer Bestandteil der Kampagne ist die Aufklärungsarbeit. Die Rems-Murr-Kliniken informieren bei einem jährlichen Aktionstag über die Bedeutung der Händedesinfektion. Dabei richten sich die Informationen sowohl an Patientinnen und Patienten als auch an Besucher. Ziel ist es, für die konsequente Anwendung der Händehygiene zu sensibilisieren und damit das Risiko von Infektionen zu verringern.
„Händehygiene rettet Patientenleben und erhöht nachweislich die Patientensicherheit“, sagt Krankenhaushygieniker Torsten Ade. Mit einem Zeitaufwand von 30 Sekunden sei sie neben einem verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatz die wichtigste und auch die einfachste Maßnahme, um Infektionen wirksam zu vermeiden. pm
Kampagne Die „Aktion Saubere Hände“ ist eine nationale Kampagne zur Verbesserung der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen. Sie wurde am 1. Januar 2008 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit vom Nationalen Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen, dem Aktionsbündnis Patientensicherheit sowie der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung ins Leben gerufen.
Zertifikat Die Rems-Murr-Kliniken beteiligen sich seit 2016 an der Kampagne und haben ihren Qualitätsstandard seither kontinuierlich gesteigert. Auf ein Bronze-Zertifikat folgte im Jahr 2022 die Silber-Auszeichnung, bevor die Kliniken 2024 erstmals das Gold-Zertifikat erhielten. Aktuell zählen die Rems-Murr-Kliniken zu zwölf Kliniken in Baden-Württemberg, die mit Gold ausgezeichnet sind. Die Auszeichnung gilt zwei Jahre.