Kommentar: AfD profitiert vom grassierenden Unmut

Kommentar: AfD profitiert vom grassierenden Unmut

Von Theo Westermann

Nichts ist befriedender als der Erfolg. Die AfD Baden-Württemberg hat sich schon Zerwürfnisse geleistet, die anderen Parteien die Existenz gekostet hätten. Doch die jüngsten Erfolge bei Bundes- und Landtagswahlen für die Südwest-AfD haben die Partei euphorisiert. Das alles hat es ihren Vormännern Emil Sänze und Markus Frohnmaier leichter gemacht, aus einem brodelnden Haufen eine straff geführte Partei zu machen. Die einst zerstrittenen Mitglieder haben sich ihrer Führungsriege nahezu ergeben. Der Parteitag in Heidenheim ist der neueste Beleg.

Die 9000er Marke bei den Mitgliedern ist geknackt, die Finanzen und Strukturen konsolidiert. Markus Frohnmaier hatte als Spitzenkandidat einen professionellen Wahlkampf hingelegt, der von anderer Wucht war als der seiner Vorgänger in der AfD – und der die Rechtspopulisten zur größten Oppositionspartei im Landtag machte. Wenn es noch Kritiker in der Partei gibt, so halten diese weitgehend still. Nur im Einzelnen rührt sich noch Unmut – aber im Verborgenen.

Keiner weiß genau, wie hoch der Eigenanteil der AfD-Politiker an diesen Wahlergebnissen und Umfragewerten ist. Klar ist aber, die AfD ist zum Profiteur des grassierenden Unmuts im Südwesten und in ganz Deutschland geworden. Noch haben die anderen Parteien, auch angesichts der sich zuspitzenden wirtschaftlichen Malaise und der Selbstblockade der Berliner Regierungskoalition, kein Rezept dagegen gefunden.