Kommentar: Bitteres Ende eines deutschen Projekts
Von Klaus Köster
Wenn Volkswagen und Bosch ihre Entwicklungspartnerschaft für autonomes Fahren beenden, wirkt das zunächst wie eine weitere Nachricht aus der Welt der Wirtschaft. Schließlich werden ständig Allianzen geschlossen, beendet oder durch neue ersetzt.
Doch die Partnerschaft, die Bosch und Volkswagen Anfang 2022 vereinbart hatten, hob sich deutlich von der Masse solcher Kooperationen ab. Beide Unternehmen wollten am Standort Deutschland das schaffen, was viele für kaum möglich hielten: den hochleistungsfähigen Softwareentwicklern aus China und den USA Paroli zu bieten.
Inzwischen befindet sich Volkswagen jedoch in einem Wettbewerb um seine Zukunft und kann sich strategische Rücksichtnahmen kaum noch leisten – weder auf Deutschland noch auf Bosch. VW hat weitreichende Technologiepartnerschaften in den USA und vor allem in China geschlossen, um technologisch nicht endgültig den Anschluss zu verlieren.
Geschäftsbeziehungen sind Zweckpartnerschaften. Blume hat neue Partner gefunden, die aus Sicht des Konzerns offenbar besser zu den aktuellen Herausforderungen passen. Für den Bosch-Konzern, der schon vor Jahren nach einem Strategiewechsel von Mercedes eine ähnliche Erfahrung machen musste, bedeutet das einen herben Rückschlag. Auf den neuen Konzernchef Christian Fischer wartet vom ersten Tag an eine anspruchsvolle Aufgabe.