Kommentar: Damit 2028 kein Schock wird
Elektroautos werden günstiger – doch noch kann sie sich nicht jeder leisten.
Von Rebekka Wiese
Berlin - Wer hat Angst vor 2028? Vermutlich viele Menschen, die ein Verbrenner-Auto fahren und sich damit beschäftigt haben, was passiert, wenn 2028 der zweite Teil des Europäischen Emissionshandels-Systems (ETS 2) in Kraft tritt. Die neue europaweite CO2-Bepreisung dürfte zu großen Preissprüngen führen. Ökonomen rechnen künftig mit bis zu 60 Cent mehr pro Liter Benzin. Vor diesem Hintergrund muss man das Förderprogramm für Elektromobilität sehen, das Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) nun vorgestellt hat. Es mag nicht perfekt sein. Aber der Ansatz der Prämie ist richtig.
Fachleute der Automobilbranche blicken eher skeptisch auf das Instrument. Sie argumentieren, dass sich die Elektromobilität auch ohne die Prämie durchsetzen wird. Doch die E-Auto-Förderung wäre missverstanden, wenn man sie allein aus dieser Sicht bewerten würde. Sie ist ein Signal an die Bevölkerung: eine Erinnerung daran, dass das ETS 2 schon in knapp zwei Jahren kommt. Ein echtes Problem werden die hohen Spritpreise für diejenigen sein, die sich ein E-Auto bisher nicht leisten konnten. Der Preisabstand zu den Verbrennern ist real. Damit das ETS 2 kein Schock wird, sollten heute schon alle wissen, wie sich die Preise für Benzin und Diesel entwickeln werden – und in der Lage sein, rechtzeitig auf einen klimafreundlichen Wagen umzusteigen. Aus diesem Grund braucht es das Förderprogramm. Niemand sollte Angst vor 2028 haben müssen.