Kommentar: Gewagtes Spiel mit Deniz Undav
Von Carlos Ubina
Stuttgart - Der VfB Stuttgart ist weit gegangen, mit dem neuen Vertrag für Deniz Undav, sehr weit sogar. Und es bleibt für den Fußball-Bundesligisten zu hoffen, dass es aus finanzieller Sicht nicht zu weit war. Sofern alles so eintritt, wie es zwischen der Vereins- und der Spielerseite vereinbart ist. Der Stürmer erhält ein Arbeitspapier, das ihm jährlich bis zu sechs Millionen Euro einbringt, über eine Laufzeit von maximal vier Jahren.
Das ist ein gewagtes Spiel für den VfB, da sich das Gesamtpaket für die Unterschrift auf mehr als 30 Millionen Euro beläuft und Undav in wenigen Wochen 30 Jahre alt wird. Zudem gibt es immer wieder Zweifel daran, ob und wie lange er noch auf höchstem Niveau Tore erzielt. Aber ganz so weit muss man erst einmal gar nicht in die Zukunft blicken, wenn es darum geht, den Wert des Nationalspielers für die Stuttgarter zu bemessen.
Undav ist ein Spezialfall – auf dem Platz und außerhalb des Spielfelds. Er ist Führungsfigur und Fixpunkt. Im Team von Trainer Sebastian Hoeneß gibt er mit den Ton an, und in der Öffentlichkeit gibt er der Mannschaft ein Gesicht. Und nun zahlt der VfB den Preis des Erfolgs. Das birgt – trotz Champions-League-Teilnahme – ein Risiko. Doch der Vorstand mit Alexander Wehrle und Fabian Wohlgemuth hat die Basis dafür geschaffen, die Stuttgarter sportlich wie wirtschaftlich auf die nächste Stufe zu hieven. Um sich dort zu halten, wurde der Undav-Vertrag in Rekordhöhe abgeschlossen.