Kommentar: Schwerer Schlag für Wadephul und Merz
Von Stefan Kegel
Das ist ein schwerer Schlag. Deutschland wird nicht, wie erhofft, 2027 für zwei Jahre in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einziehen. Die Zweifel, ob man gegen die Konkurrenten Portugal und Österreich einen der beiden westeuropäischen Sitze gewinnen kann, haben sich bestätigt.
Nicht nur das Renommee Deutschlands an sich ist nun angekratzt, sondern auch das erklärte Ziel von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der Bundesrepublik mehr außenpolitischen Einfluss zu verleihen. Mit der Wahl hätte Deutschland nach acht Jahren Pause wieder eine Rolle erhalten, die seine Bedeutung als zweitgrößter Einzahler ins System der Vereinten Nationen widerspiegelt. Statt als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat muss es nun außerhalb dabei mitwirken, in internationalen Krisen Lösungen zu finden.
Unmöglich ist das nicht. Denn jeder weiß, dass der UN-Sicherheitsrat ohnehin dringend reformbedürftig ist, weil Vetomächte wie Russland, China und die USA sich immer wieder gegenseitig blockieren. Deshalb erscheint das Gremium in den wirklich wichtigen Fragen oft gelähmt.
Nun kommt es darauf an, dass Deutschland seiner selbst gewählten Rolle in der Welt auf andere Weise gerecht wird. Das aber kann durchaus noch Schwierigkeiten bereiten. Denn es zwingt dazu, öfter zu kritischen Themen Stellung zu beziehen, als es der Bundesregierung möglicherweise lieb ist.