Kommentar: Sicherheitsrisiko Schienenverkehr
Von André Bochow
Nun werden die Pannen und Pleiten bei der Bahn wirklich gefährlich. Diesmal war es wohl ein technischer Fehler, der von Menschenhand unabsichtlich herbeigeführt wurde. Kleine Ursache, große Wirkung – so war es beim GAU in Tschernobyl übrigens auch. Nun ist ein Eisenbahnnetz zwar kein Atomkraftwerk, aber der Transport auf der Schiene ist für uns alle lebenswichtig, sein Ausfall hat andere, aber ebenfalls schlimme Folgen. Der Zugverkehr war schon in der Vergangenheit angreifbar. Es reicht ja, wenn von Attentätern schwere Gegenstände auf die Gleise gelegt werden. Aber dass ein Komplettausfall so einfach auszulösen ist, stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Das werden auch jene beobachtet haben, die unserem Land und unserer Demokratie ans Leder wollen.
Über den Schutz der kritischen Infrastruktur ist in den vergangenen Jahren viel diskutiert worden, und seit März gilt das sogenannte Kritis-Dachgesetz. Manche halten es für ein Vorschriftenmonster, aber die Grundidee ist richtig: Wichtige Betriebe schützen sich, der Staat kontrolliert und hilft. Der aktuelle Ausfall bei der Bahn zeigt, dass Gesetze hilfreich sein können. Am Ende bieten sie aber keinen hundertprozentigen Schutz vor Menschen, die es nicht gut mit uns meinen, oder vor jenen, die schlicht etwas falsch machen. Verbessern kann man die Sicherheitssysteme immer. Und daran sollte unbedingt weiter gearbeitet werden – nicht nur bei der Bahn.