So viel steht fest: Heizen wird immer teurer. Das gilt besonders für Heizungen, die auf fossilen Energieträgern wie Öl und Gas basieren. Wie tief Verbraucher künftig mehr zahlen müssen, haben Freiburger Forscher jetzt berechnet.
Die Kosten für den Betrieb einer Gasheizung drohten von „heute 11 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) auf rund 15 ct/kWh im Jahr 2029“ anzusteigen, erklärt das Freiburger Öko-Institut.
Von Markus Brauer/AFP
Das geplante neue Heizungsgesetz der Bundesregierung könnte einer Studie zufolge die Heizkosten für viele Verbraucher mit Gasheizung mehr als verdoppeln.
Die Kosten für den Betrieb einer Gasheizung drohten von „heute 11 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) auf rund 15 ct/kWh im Jahr 2029“ anzusteigen, erklärt das Freiburger Öko-Institut. Im Jahr 2040 könnten sie den Berechnungen des Instituts zufolge sogar auf mehr als 25 ct/kWh ansteigen.
Das Institut begründet den Zuwachs mit steigenden Netzentgelten und CO2-Preisen sowie höheren Kosten für einen wachsenden Biomethananteil.
Grüngasquote vorgesehen
Die Fraktionen der Regierungskoalition hatten sich im Februar auf eine deutliche Lockerung der Vorgaben für Hausbesitzer beim Heizungstausch verständigt. Die Einigung sieht insbesondere vor, dass die bisherige Vorgabe eines Anteils von mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien bei der Wärmeversorgung entfällt.
Als Ausgleich für den Klimaschutz ist eine sogenannte Grüngasquote vorgesehen: Öl- und Gasheizungen müssen zu steigenden Anteilen mit Brennstoffen wie Biomethan und synthetischem Treibstoff betrieben werden.
Von welchen Faktoren hängt der Gasverbrauch ab?
Wie hoch der Gasverbrauch ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Basisverbrauch Gas: Gebäude mit 100 bis 250 Quadratmetern Wohnfläche
Abkürzungen: qm = Quadratmeter; kWh = Kilowattstunde (in dieser Einheit werden Strom-, aber auch Heizwärmekosten abgerechnet und mit Messeinrichtungen wie dem Stromzähler oder Wärmezähler erfasst).
Neueinbau langfristig möglich
Der Weiterbetrieb und Neueinbau von Öl- und Gasheizungen ist damit langfristig möglich und aus Kostengründen insbesondere für Vermieter wohl auch interessant. Zugleich steigen die Kosten für die Brennstoffe wegen der CO2-Bepreisung, der Netzgebühren und nun zusätzlich den Öko-Beimischquoten. Diese Kosten trägt in Mietshäusern jedoch der Mieter.
Ohne wirksamen Mieterschutz bleibe die Lenkungswirkung des Heizungsgesetzes „deshalb schwach“, heißt es seitens des Öko-Instituts. „Neue Gasheizungen könnten weiter eingebaut werden, während das Kostenrisiko vor allem bei den Mietern liegt.“