Eigentlich gilt eine Waffenruhe. Aber zwischen der Hisbollah und Israel gehen die Kämpfe weiter. Israel will mit mehr Angriffen auf Drohnenbeschuss reagieren.
Ein Libanese spritzt mit einem Schlauch eine Straße vor den zerstörten Gebäuden ab, die von israelischen Luftangriffen getroffen wurden (Archivfoto).
Von red/KNA
Zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon spitzt sich die Lage zu. Das israelische Heimatfrontkommando verschärfte in der Nacht zu Dienstag nach verstärkten Kampfhandlungen seine Einschränkungen für das nordisraelische Grenzgebiet. Benjamin Netanjahu kündigte unterdessen in einer Videoerklärung von Montagabend mehr israelische Angriffe auf den Libanon an.
Maximal 50 Personen statt wie zuletzt 200 dürfen sich nach den seit Dienstagmorgen geltenden Heimatfrontanweisungen im Freien versammeln. Für Innenräume wurde die Teilnehmerzahl von 600 auf 200 reduziert. Die Schulen im Grenzgebiet bleiben weiter geschlossen. Am Montag war es trotz offizieller Waffenruhe zu Drohnenbeschuss der Hisbollah und verstärkten israelischen Angriffen auf den Südlibanon gekommen. Israels Armee hatte zuvor die Bewohner von elf libanesischen Dörfern aufgefordert, das Gebiet zu verlassen.
Weitere Reservisten sollen kämpfen
Auch am Dienstag soll die Hisbollah nach Angaben der israelischen Armee den Beschuss Israels mit Sprengstoffdrohnen fortgesetzt haben. Nach einem Bericht der "Times of Israel" hat die Armee damit begonnen, für die Ausweitung der Angriffe Reservisten zu einer Notfallmobilisierung einzuberufen.
Libanesische Medien berichten unterdessen von zahlreichen israelischen Luftangriffen auf den Südlibanon und die Bekaa-Ebene am Montagabend. In Beirut seien nach der Ankündigung Netanjahus zahlreiche Menschen aus den südlichen Vororten geflohen.
Zahlreiche Tote trotz Waffenruhe
Nach Armeeangaben wurden seit dem 2. März vier Zivilisten und 23 Soldaten getötet, darunter elf Soldaten, die seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 17. April gefallen sind. Die Zahl der seit 2. März durch israelischen Beschuss im Libanon getöteten Menschen stieg nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums auf 3.185.