Sorge vor Erstarken der AfD

„Le Figaro“: Deutschlands Kurs bei der Rüstung macht Sorgen

„Le Figaro“ kritisiert Deutschlands 500-Milliarden-Aufrüstung als nationalen Alleingang. Paris fürchtet Nachteile für Europa und gemeinsame Projekte wie FCAS.

„Le Figaro“: Deutschlands Kurs bei der Rüstung macht Sorgen

Frankreich warnt vor Deutschlands nationalem Aufrüstungsplan und fordert europäische Abstimmung (Symbolfoto).

Von red/dpa

Die französische Zeitung „Le Figaro“ kommentiert am Dienstag die massiven deutschen Investitionen in die Verteidigung:

„(...) Deutschland rüstet auf deutsche Art auf, das heißt massiv: rund 500 Milliarden Euro sind für zwölf Jahre veranschlagt, seit 2023 wurden bereits Aufträge im Wert von 190 Milliarden Euro erteilt. Der Großteil dieser Summen ist für die nationale Industrie reserviert, insbesondere für den Giganten Rheinmetall, der Rest geht an amerikanische und israelische Waffenhändler. Nicht nur die Europäer werden außen vor gelassen, auch gemeinsame Projekte zwischen Frankreich und Deutschland, wie das Flugzeug (FCAS) und der Panzer der Zukunft, sind in einer Sackgasse.

Deutschlands Alleingang in der Verteidigung sorgt in Europa für Besorgnis

Europa braucht zweifellos ein Deutschland, das zur Verteidigung des Kontinents beitragen kann. Das ändert jedoch nichts an den Gründen zur Besorgnis. Der industrielle und finanzielle Alleingang Berlins und die Gefahr, dass die AfD, eine rechtsextreme Partei mit bekannter Nazi-Nostalgie, in den kommenden Jahren an die Macht kommt, werfen einen Schatten auf die pro-europäischen Bekenntnisse der derzeitigen Regierungschefs.

Das Problem betrifft auch Frankreich: (...) Es findet kein Gehör mehr, mit einem Präsidenten am Ende seiner Amtszeit (...) und mit schwachen öffentlichen Finanzen. (...) Für Paris ist es daher jetzt oder nie an der Zeit, seine strategischen Trümpfe auszuspielen: Eine hochmoderne Verteidigungsindustrie und eine in Europa einzigartige autonome nukleare Abschreckung.“