Flugzeugabsturz in Namibia

Leiche von Silke Lohmiller identifiziert – Absturzursache weiter unklar

Drei deutsche Urlauber und ihr Pilot sterben bei einem Flugzeugabsturz. Lange bleibt die Leiche des weiblichen Opfers unauffindbar. Jetzt konnten alle Personen identifiziert werden.

Leiche von Silke Lohmiller identifiziert – Absturzursache weiter unklar

Unter den Opfern ist die langjährige Geschäftsführerin der Dieter Schwarz Stiftung, Silke Lohmiller.

Von red/dpa

 Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs mit vier deutschen Todesopfern in Namibia sind der Polizei zufolge nun auch die sterblichen Überreste der bislang noch vermissten vierten Person gefunden worden. An allen Opfern seien Obduktionen und DNA-Identifizierungen vorgenommen worden, wie die Polizei mitteilte.

„Alle Opfer wurden identifiziert, einschließlich der sterblichen Überreste der weiblichen Passagierin“, wie die Polizei mitteilte. Die Leichen werden den Angaben zufolge nun nach Deutschland überführt. Das Heilbronner Polizeipräsidium befindet sich nach eigenen Angaben im Austausch mit der deutschen Botschaft in Windhoek. Zudem seien die Staatsanwaltschaft Heilbronn sowie die zuständigen Standesämter involviert, um bei der Rückführung zu unterstützen, sagte der Heilbronner Polizeipräsident Frank Spitzmüller der „Heilbronner Stimme“.

Bei dem Unglück am 10. Mai kamen die langjährige Geschäftsführerin der Dieter Schwarz Stiftung, Silke Lohmiller, ihr Ehemann Richard Lohmiller, ihr gemeinsamer Sohn Henry Lohmiller sowie der deutsche Pilot ums Leben. Suchtrupps bargen zunächst die Leichen der drei Männer. Die sterblichen Überreste von Silke Lohmiller konnten für viele Tage nicht geortet werden. Das Ehepaar Lohmiller hatte in der Schwarz-Gruppe, zu der auch Lidl und Kaufland gehören, über Jahrzehnte verantwortungsvolle Positionen inne und galt als eng mit Firmeninhaber Dieter Schwarz verbunden.

Absturz nah am Berggipfel

Die Ermittlungen zur Absturzursache dauern weiter an. Die Such- und Bergungsarbeiten waren nach Angaben der Polizei mit großen Herausforderungen verbunden gewesen. Die Absturzstelle befinde sich fast am Gipfel eines Bergs in einer steilen Schlucht. Das Gelände sei äußerst unwegsam gewesen, selbst zu Fuß. Die Opfer hätten nicht bergab transportiert werden können, sondern mussten mit einem Hubschrauber geborgen werden. Zudem habe das Flugzeug Feuer gefangen und sei stark beschädigt worden.

Die Propellermaschine, die von der namibischen Hauptstadt Windhuk gestartet war, hatte den Behörden zufolge keinen Kontakt zur Flugsicherung aufgenommen. Der Kleinflieger sollte etwa eine Stunde später auf der privaten Landebahn einer Lodge in der Gegend Sossusvlei landen, erreichte aber nie sein Ziel. Die Trümmerteile hatte ein Suchflugzeug etwa zwei Kilometer von der Ortschaft Hammerstein in der entlegenen, bergigen Region Hardap gefunden. 

Ermittlungen zur Unfallursache dauern an

Nach Angaben von Philippine Lundama, der Direktorin der namibischen Behörde für Flugunfalluntersuchungen (DAAI), muss noch abschließend festgestellt werden, ob die Cessna 210 einen Flugschreiber an Bord hatte und ob dieser gefunden wurde. Ermittler werteten unter anderem Wrackteile, Flugzeug- und Wartungsunterlagen sowie Wetterdaten aus. Auch ob Wetterbedingungen eine Rolle gespielt hätten, könne noch nicht gesagt werden. Die DAAI arbeitet nach eigenen Angaben eng mit der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) zusammen.

Sossusvlei ist eines der bekanntesten Touristenziele in dem südwestafrikanischen Land, berühmt für seine roten Sanddünen, die zu den höchsten der Welt gehören.