Die USA sind zu Nato-Übungen in Grönland eingeladen worden. Hintergrund sind Sorgen vor einer stärkeren russischen Militärpräsenz in der Arktis nach dem Ukrainekrieg.
US-Präsident Donald Trump. Die USA sind nach Angaben des Leiters des dänischen Arktis-Kommandos zu gemeinsamen Übungen in Grönland eingeladen worden (Archivfoto).
Von red/AFP
Die USA sind nach Angaben des Leiters des dänischen Arktis-Kommandos zu gemeinsamen Übungen in Grönland eingeladen worden. "Natürlich sind die USA als Teil der Nato hier eingeladen", sagte Generalmajor Sören Andersen am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Andersen äußerte sich an Bord eines Schiffes der dänischen Marine im Hafen von Nuuk, der Hauptstadt Grönlands.
Er habe mit Vertretern der Nato-Verbündeten, darunter die USA, gesprochen und diese eingeladen "hierher zu kommen", fügte er hinzu. Die Übungen hingen damit zusammen, "was derzeit in der Ukraine passiert", sagte Andersen.
"Wir sehen, wie Russland den Krieg in der Ukraine führt, und wenn der Krieg in der Ukraine beendet ist, hoffentlich mit einem für die Ukraine günstigen Ausgang, gehen wir davon aus, dass Russland die Ressourcen, die es derzeit in der Ukraine einsetzt, auf andere Einsatzgebiete, einschließlich der Arktis, verlagern wird." Bislang habe er jedoch "kein russisches oder chinesisches Kriegsschiff in der Region gesehen".
Anspruch der USA auf Grönland
US-Präsident Donald Trump hat seit seinem Amtsantritt im Januar vergangenen Jahres wiederholt den Anspruch der USA auf Grönland geäußert. In den vergangenen Wochen bekräftigte er seine Pläne zur Aneignung der größten Insel der Welt mehrfach und schloss den Einsatz militärischer Mittel nicht aus. Trump begründet seine Pläne mit Sicherheitsinteressen in der Arktis und verweist auf zunehmende Aktivitäten Chinas und Russlands in der Region.
Vor dem Hintergrund der Spannungen um Grönland hatte das Verteidigungsministerium in Berlin am Mittwoch die Entsendung von Bundeswehrsoldaten für eine Erkundungsmission nach Grönland angekündigt. Am Freitagabend trafen 15 Bundeswehrsoldaten in Nuuk ein. Neben Gastgeber Dänemark beteiligen sich auch Frankreich, Schweden und Norwegen an der Erkundungsmission.