Manfred Lucha hält an der telefonischen Krankschreibung fest und widerspricht dem Kanzler. Statt pauschaler Schuldzuweisungen fordert er eine genaue Analyse der Krankheitsursachen.
Gesundheitsminister Manfred Lucha macht deutlich: Wer krank ist, darf nicht zur Arbeit gehen.
Von Laura Wallenfels
Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) widerspricht Bundeskanzler Friedrich Merz in der Debatte um den hohen Krankenstand. Trotz der Kritik des Kanzlers will Lucha an der telefonischen Krankschreibung festhalten. „Ich halte die telefonische Krankschreibung in ihrer jetzigen Form für richtig und sinnvoll“, sagte er. Sie sei bewusst eingeführt worden, um volle Arztpraxen und Infektionsrisiken zu vermeiden.
Gleichzeitig räumte Lucha aber ein, dass der Krankenstand hoch sei, forderte aber eine differenzierte Betrachtung: „Wir müssen genau analysieren, welche Arten von Krankschreibungen vorliegen. Wir sind eine alternde Gesellschaft mit älter werdenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Sie sind seltener krank, fallen dann aber oft länger aus.“
Er kritisierte die pauschale Darstellung von Merz, die telefonische Krankmeldung sei eine Ursache des hohen Krankenstands : „Also so wie Merz es gesagt hat, es einfach plakativ als missbräuchlich hinstellen, würde ich so nicht unterschreiben.“ Entscheidend sei, die Ursachen der Fehlzeiten zu untersuchen. Prävention und Impfungen seien die wirksamsten Mittel, um Krankheitsausfälle zu reduzieren. „Arbeit soll nicht krank machen. Wer krank ist, darf nicht zur Arbeit gehen“, betonte Lucha.