Grönland-Konflikt

Macron fordert mehr Nato-Präsenz in der Arktis

Frankreichs Präsident Macron sieht die Lage in Grönland als strategischen Weckruf für Europa. Die Nato-Präsenz in der Arktis müsse jetzt ausgebaut werden, fordert er.

Macron fordert mehr Nato-Präsenz in der Arktis

Die jüngsten Ereignisse würden bestätigen, dass die Lage in Grönland ein strategischer Weckruf für ganz Europa ist, sagte Macron (Archivbild).

Von red/dpa

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angesichts des Grönland-Konflikts eine Stärkung der europäischen Verteidigung in der Arktis gefordert. „Die jüngsten Ereignisse bestätigen, dass die Lage in Grönland ein strategischer Weckruf für ganz Europa ist“, sagte Macron in Paris beim Empfang von Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und Grönlands Ministerpräsidenten Jens Frederik Nielsen. 

„Angesichts der Haltung Russlands im hohen Norden, der wirtschaftlichen Präsenz Chinas und der strategischen Folgen dieser Annäherung sind wir uns einig, dass wir unsere Verteidigungsposition in der Arktis stärken müssen“, sagte Macron. Mehrere europäische Staaten, darunter Frankreich, hätten auf Wunsch Dänemarks im Rahmen der gemeinsamen Militärübung „Arctic Endurance“ damit begonnen.

Verstärktes Engagement in der Arktis

Es gelte, die europäische Souveränität und den europäischen Beitrag zur Sicherheit der Arktis zu bekräftigen und zum Kampf gegen ausländische Einmischung und Desinformation beizutragen, sagte Macron. Außerdem müssten strategische Abhängigkeiten abgebaut werden. „Wir unterstützen auch ein verstärktes Engagement der Nato in der Arktis durch die Einrichtung einer verstärkten Überwachungsaktivität.“ Frankreich sei bereit, sich daran zu beteiligen, sagte Macron.

Den möglichen Überwachungseinsatz mit dem Namen „Arctic Sentry“ (deutsch etwa: Wächter der Arktis) hatten einige Nato-Staaten schon vor der Wende im Konflikt mit den USA um Grönland ins Gespräch gebracht. Dieser soll für eine stärkere Präsenz des Bündnisses in der Region sorgen. „Die Europäische Union muss ihren Teil zu diesen Bemühungen beitragen, unter anderem durch die Überarbeitung ihrer Arktis-Strategie in diesem Jahr“, sagte der französische Präsident.