Baden-Württemberg

Mann aus Konstanz soll Kinder schwer sexuell missbraucht haben – Anklage erhoben

Ein Tipp aus den USA bringt Ermittler in Baden-Württemberg auf die Spur eines Mannes, der Kinder missbraucht und Aufnahmen davon gemacht haben soll. Wie die Ermittlungen abliefen.

Mann aus Konstanz soll Kinder schwer sexuell missbraucht haben – Anklage erhoben

Das Landgericht in Konstanz. Ein Mann aus der Region soll mehrere Kinder aus der Nachbarschaft missbraucht haben (Symbolfoto).

Von red/dpa/lsw

Ein Mann aus der Region Konstanz soll mehrere Kinder aus der Nachbarschaft vielfach teils schwer sexuell missbraucht haben. Das Cybercrime-Zentrum (CCZ) Baden-Württemberg bei der Karlsruher Generalstaatsanwaltschaft hat Anklage am Landgericht Konstanz erhoben. 

Die Opfer sollen 3 bis 13 Jahre alt gewesen sein, teilte die Anklagebehörde mit. Der Angeklagte sei seit Ende Mai 2025 in Untersuchungshaft. Das Gericht muss entscheiden, ob es die Anklage zulässt und einen Prozess ansetzt. 

Missbrauch und Kinderpornografie 

Das CCZ wirft dem Mann vor, zwischen Sommer 2022 und Mai 2025 in 69 Fällen sexuelle Handlungen an jeweils mindestens einem von vier Opfern vorgenommen oder die Kinder zu sexuellen Handlungen veranlasst haben. Die mutmaßlichen Taten spielten sich demnach überwiegend in seiner Wohnung ab. Neunmal soll der Mann den Missbrauch aufgenommen und in drei weiteren Fällen versucht haben, eines der Kinder sexuell zu missbrauchen. 

Die Vorwürfe lauten dementsprechend unter anderem schwerer sexueller Missbrauch von Kindern und Herstellen kinderpornografischer Inhalte.

Ermittler bekamen Tipp aus USA

Anstoß für die Ermittlungen waren laut Mitteilung Hinweise des US-amerikanischen National Center for Missing & Exploited Children, das nationale Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder, gewesen. Das CCZ ließ bei dem Beschuldigten durchsuchen. Die Auswertung sichergestellter Geräte und Zeugenvernehmungen hätten den Verdacht erhärtet. Weitere Auskünfte machte das CCZ zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen nicht.

Dass Hinweise aus den USA hierzulande zu Verdächtigen führen und Straftaten aufdecken, ist keine Seltenheit - sondern sogar eher die Regel. Denn dort müssen Provider Verdacht auf kinderpornografische Straftaten melden. Das Zentrum sammelt solche Hinweise auf Abbildungen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs und gibt diese bei Bezug zu Deutschland entsprechend an die hiesigen Strafverfolgungsbehörden weiter.