Millionen Menschen feiern das neue Jahr in Baden-Württemberg. Bei so vielen Feiernden kann auch einiges schiefgehen. Die Polizei zieht eine erste Bilanz der Nacht.
Großes Polizeiaufgebot am Schlossplatz in Stuttgart an Silvester.
Von dpa/lsw/mbo
Während andere feierten, hatten Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst alle Hände voll zu tun. In den Leitstellen in Baden-Württemberg gingen zahlreiche Notrufe ein. Besonders häufig rückte die Feuerwehr wegen kleinerer Brände, etwa von Mülltonnen und Hecken, aus.
Allein das Polizeipräsidium in Pforzheim zählte am frühen Morgen bereits 230 Einsätze im Zusammenhang mit Silvester. Zumeist wegen kleinerer Brände, wie ein Sprecher sagte. In Aalen zählte das Polizeipräsidium für sein Dienstgebiet insgesamt 45 Brände durch Feuerwerkskörper. Dabei sei ein Gesamtschaden von mehr als 160.000 Euro entstanden, teilte die Polizei mit. Auch mehrere Gebäude gerieten in Brand.
In ganz Baden-Württemberg haben vor allem Mülltonnen und Hecken gebrannt. Einige Polizeipräsidien berichteten etwa von Böllern, die absichtlich in Mülltonnen geworfen wurden. Aber auch noch heiße, weggeworfene Feuerwerkskörper hätten Brände verursacht.
In Lahr (Ortenaukreis) verlor ein 42-Jähriger durch die Explosion von Feuerwerkskörpern drei Finger. Der Mann sei von Sanitätern in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei mit. Ob die Finger wieder angenäht werden konnten, war zunächst unklar.
Feuerwerk in Schule gezündet
In Heilbronn haben Unbekannte ein Fenster einer Schule eingeschlagen und Feuerwerkskörper in das Gebäude geworfen. Durch das Feuerwerk seien mehrere Möbel in Brand geraten, teilte eine Polizeisprecherin mit. Die Feuerwehr löschte die Flammen. Zudem rückten Einsatzkräfte dort zu fast zwei Dutzend kleineren Bränden aus. Zwei Menschen wurden dabei leicht verletzt.
Bei einem Brand eines Mehrfamilienhauses im Landkreis Ludwigsburg sind neun Menschen leicht verletzt worden. Das Feuer sei im Flur des Hauses in Korntal-Münchingen ausgebrochen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. Rettungskräfte behandelten die Verletzten vor Ort. Nach Angaben des Sprechers hatten sie Rauch eingeatmet.
In Zimmern ob Rottweil und in Engen (Kreis Konstanz) brannten mehrere Carports. Es entstanden Schäden von mehreren Zehntausend Euro. Der unsachgemäße Umgang mit Feuerwerksresten oder das unkontrollierte Abbrennen von Feuerwerk dürfte ersten Ermittlungen zufolge die Ursache gewesen sein. .
Beim Brand einer Garage in Graben-Neudorf (Kreis Karlsruhe) wurde eine Frau leicht verletzt. Sie habe das Auto noch aus der Garage fahren wollen, als diese bereits in Flammen stand, sagte eine Sprecherin der Polizei. Die Flammen griffen auch auf das angrenzende Haus über. Die Ermittler schätzen den Schaden auf etwa 250.000 Euro.
Haus im Alb-Donau-Kreis einsturzgefährdet
In Aldingen (Kreis Tuttlingen) entstand bei einem Dachstuhlbrand ein Schaden von mehreren hunderttausend Euro. Zwei Bewohner würden vorsorglich wegen des Verdachts auf eine Rauchvergiftung versorgt, teilte die Polizei mit. Das Gebäude sei aktuell nicht mehr bewohnbar. Ob Feuerwerkskörper die Brände auslösten, war zunächst unklar.
Gleiches gilt für einen Brand in Bernstadt (Alb-Donau-Kreis). Dort ist das betroffene Haus einsturzgefährdet und nicht mehr bewohnbar. Ein Nachbar erlitt eine leichte Rauchvergiftung. Die Ermittler schätzen den entstandenen Schaden auf einen mittleren sechsstelligen Betrag
Die Feuerwehr musste in Stuttgart rund 75 Brände bekämpfen. Die Polizei in der Landeshauptstadt zog trotz der Einsätze eine überwiegend positive Bilanz. Viele Menschen hätten sich an das Feuerwerksverbot in der Innenstadt gehalten. Einzelne Verstöße seien festgestellt worden, Verdächtige wurden festgenommen. Auch andere Polizeipräsidien sprachen für Silvester von einer vergleichsweise ruhigen Nacht.