Aufgrund zahlreicher Lawinen gibt es Tote in mehreren europäischen Ländern. Die Warnstufe vielerorts wurde erhöht.
Unter anderem in Österreich sind mehrere Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen (Archivbild).
Von jbr/dpa
Die Alpen und Regionen Südosteuropas haben mit den Folgen heftiger Schneefälle zu kämpfen. Die Lawinengefahr bleibt hoch. In Österreich, Norditalien und der Schweiz sind in den vergangenen Tagen mehrere Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen. In Slowenien waren am Samstag Zehntausende Menschen ohne Strom.
Im Süden Bayerns erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Lagen oberhalb von 1.000 Metern weiteren Schneefall. Oberhalb von 1.600 Metern sei die Lawinengefahr groß, unterhalb sogar erheblich, teilte der Lawinenwarndienst Bayern am Samstag mit. Das Hauptproblem sei Neuschnee.
Lawinen könnten sich bereits durch geringe Zusatzbelastung lösen und auch exponierte Wege treffen. Angesichts üppiger Schneefälle ist die Lawinengefahr in vielen europäischen Wintersportregionen derzeit hoch. In den vergangenen Tagen meldeten die Behörden immer wieder schwere Lawinenabgänge.
Fünf Menschen sterben allein am Freitag
In Österreich kamen allein am Freitag fünf Menschen ums Leben. In St. Anton am Arlberg konnten zwei Menschen nur noch tot aus den Schneemassen geborgen werden, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Von den drei zunächst verletzt geborgenen Personen sei am Abend eine im Krankenhaus gestorben.
Im Tiroler Skigebiet Nauders wurde laut Polizei ein 42-jähriger Skifahrer aus Thüringen abseits der Piste von einer Lawine erfasst und getötet. Sein 16-jähriger Sohn habe schwer verletzt überlebt. Die beiden wollten demnach einen Nordhang queren, als sich ein rund 400 Meter breites Schneebrett löste und beide Wintersportler etwa 200 bis 300 Meter mitriss.
Am Samstag erfasste eine Lawine in Serfaus in Tirol eine Person. Die Retter versuchten, das Opfer wiederzubeleben, teilte die Polizei mit.
In Österreich starben in dieser Saison bereits 18 Menschen bei Lawinenabgängen. Durchschnittlich liegt die Zahl der Lawinenopfer in der gesamten Wintersaison bei rund 20.
Bis zu 40 Zentimeter Neuschnee
In Tirol waren zuletzt bis zu 40 Zentimeter Neuschnee gefallen. Die Lawinenlage ist brisant. Allein am Freitag zählten die Behörden mehr als 30 Lawinen-Einsätze in dem auch bei deutschen Wintersportlern beliebten Bundesland. Insgesamt waren es in den vergangenen sieben Tagen 200.
Am Samstag wurde laut österreichischer Nachrichtenagentur APA das Bundesheer eingesetzt. Vorgesehen seien Erkundungsflüge zur Lagebeurteilung sowie Personentransporte der Bergrettung, die in weiterer Folge Lawinensprengungen und Windenbergungen durchführen solle.
Heftige Schneefälle wurden auch aus dem Westen Ungarns berichtet. In der Kleinstadt Köszeg wurden am Freitag 36 Zentimeter Neuschnee gemessen, in der Sopron an der Grenze zu Österreich am Samstag 27 Zentimeter, wie der ungarische Wetterdienst HungaroMet mitteilte. Starke Windstöße sorgten in dem betroffenen Gebiet außerdem für Schneeverwehungen.
Von starken Schneefällen betroffen war auch der Nordosten Sloweniens. In der Umgebung von Maribor waren am Samstag immer noch 29.000 Haushalte ohne Strom, wie der Versorger Elektra Maribor mitteilte. Am Freitag hatten sogar noch 70.000 Kunden unter Stromausfall gelitten. Montageteams aus dem ganzen Land würden unter Hochdruck daran arbeiten, die von den Schneefällen außer Kraft gesetzten Transformatoren wieder zum Laufen zu bringen, hieß es.